Eine Lehrerin sitzt mit einem einzigen Schüler im Klassenzimmer (Foto: picture alliance/dpa/AP | Emilio Morenatti)

Quarantäne nur für positive Schüler und Kita-Kinder

mit Informationen von Carolin Dylla   26.01.2022 | 17:20 Uhr

Im Saarland sollen Schülerinnen und Schüler sowie Kita-Kinder nur noch dann in Quarantäne geschickt werden, wenn sie selbst mit dem Coronavirus infiziert sind. Darauf haben sich das Bildungs- und Gesundheitsministerium mit Vertretern der Landkreise und Gemeinden verständigt.

In den saarländischen Schulen und Kitas sollen keine ganzen Klassen und Gruppen mehr in Quarantäne geschickt werden, sondern nur noch positiv getestete Personen.

Mit einer am Dienstag veröffentlichten Regelung haben sich die zuständigen Ministerien, die Vertreter der Gemeinden und der Landkreise, bei denen die Gesundheitsämter angesiedelt sind, auf eine gemeinsame Handhabe der bestehenden Regeln geeinigt. Tritt in einer Klasse oder Gruppe ein Fall auf, gelten für acht Schul- oder Betreuungstage verschärfte Masken- und Testregeln.

Maskenpflicht auch im Freien

Die Betroffenen müssen unmittelbar nach dem Auftreten des Infektionsverdachtsfalles eine medizinische oder eine FFP2-Maske auf dem gesamten Schulgelände tragen. Diese Regelung gilt auch im Freien. Das Ministerium weist auf SR-Anfrage aber daraufhin, dass wie zuvor Tragepausen vorgesehen sind – idealerweise beim Lüften.

Ab dem folgenden Tag wird die Klasse oder Gruppe für acht aufeinanderfolgende Schultage mit Schnelltests auf eine Infektion mit dem Coronavirus getestet. Sollte innerhalb dieser Zeit ein weiterer Infektionsfall auftreten, wird laut Ministerium ab dem Folgetag des Auftretens dieser Infektion an weiteren acht Schultagen getestet...

Gemischte Reaktionen auf Quarantäneregeln an Schulen und Kitas
Audio [SR 3, Eva Lippold, 27.01.2022, Länge: 03:08 Min.]
Gemischte Reaktionen auf Quarantäneregeln an Schulen und Kitas

Klassenquarantäne vermeiden

Rein formal ändert sich in Sachen Quarantäne-Anordnungen an den Schulen und Kitas im Saarland nichts. Denn nach den bestehenden Regelungen gab es beim Auftreten eines Corona-Falls in einer Klasse oder Kita-Gruppe keine allgemeine Absonderungspflicht, sondern es lag im Ermessen der Gesundheitsämter, wie viele Schülerinnen und Schüler bzw. Kita-Kinder in Quarantäne geschickt wurden.

Das hat allerdings dazu geführt, dass zum Teil wieder ganze Klassen in Quarantäne mussten. Das soll laut Gesundheitsministerium möglichst vermieden werden.

Drei statt zwei Tests

Außerdem soll es in den Schulen künftig drei statt wie bislang zwei Tests pro Woche geben. Zwar sei das in der Rechtsverordnung noch nicht festgeschrieben, die Schulen könnten aber bereits mit den intensiveren Testungen starten, sagte ein Ministeriumssprecher dem SR.

In den Kitas soll laut Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) das freiwillige Test-Angebot auf Kinder ab der Vollendung des ersten Lebensjahres ausgeweitet werden.

Starker Anstieg der Infizierten- und Quarantänezahlen

Hintergrund ist der rapide Anstieg der Corona-Fallzahlen bei Schülerinnen und Schülern und die entsprechend hohe Zahl an Quarantäne-Anordnungen. Zu Beginn der Woche waren etwa 4500 Schülerinnen und Schüler in Quarantäne - 2000 mehr als eine Woche zuvor. Laut Zahlen des Bildungsministeriums hat sich diese Zahl innerhalb eines Tages auf 5170 erhöht.

Kinder und Jugendliche sind am stärksten von der Omikron-Welle getroffen. In den Schuljahrgängen lag die Sieben-Tage-Inzidenz zuletzt deutlich über der 2000er Marke, im Regionalverband sogar schon über 3000.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 25.01.2022 berichtet.

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