Eine Schülerin meldet sich in einem Klassenzimmer in einem Gymnasium während des Englischunterrichts. (Foto: Marijan Murat/dpa-Bildfunk)

Im Sommer bleibt kein Schüler sitzen

  05.05.2020 | 16:22 Uhr

Im Saarland werden im Sommer aufgrund der aktuellen Situation alle Schüler in die nächste Klassenstufe versetzt. Das hat das Bildungsministerium dem SR bestätigt. Auch Schüler mit schlechten Noten werden demnach versetzt.

Für Schüler, die aufgrund ihrer Noten das Schuljahr eigentlich wiederholen müssten, erfolgt die Versetzung laut Ministerium "unter Berücksichtigung besonderer Umstände". Die Schulschließung werde bei der Leistungsbewertung berücksichtigt, heißt es. Es werde zudem die Möglichkeit zur freiwilligen Wiederholung der jeweiligen Jahrgangsstufe geben. Die Lehrkräfte würden Eltern und Schüler entsprechend beraten.

Positive Bilanz nach erstem Schultag

Nach dem ersten Schultag nach der Coronapause zog das Bildungsministerium eine positive Bilanz. Die Vorgaben des neuen Musterhygieneplans seien an den Schulen eingehalten worden.

Verband warnt vor weiteren Öffnungen

Philologenverband: "Ein pauschales Durchwinken ist nicht im Sinne der Schüler""
Audio [SR 3, Interview: Renate Wanninger, 05.05.2020, Länge: 04:14 Min.]
Philologenverband: "Ein pauschales Durchwinken ist nicht im Sinne der Schüler""

Auch die Viertklässler seien sehr verantwortungsvoll mit den neuen Regeln umgegangen. Der Saarländische Lehrerinnen- und Lehrerverband teilte mit, der Schultag sei relativ ruhig verlaufen. Die Lehrer hätten eine Anspannung bei den Kindern bemerkt. Fraglich sei, wie lange sie so diszipliniert blieben. Für weitere Öffnungen und gleichzeitig Notbetreuung fehlten Platz und Personal.Seit Montag sind die Schulen für Schüler der Abschlussklassen an Gymnasien und Gemeinschaftsschulen, der Förder- und Berufsschulen sowie der 4. Klassen an den Grundschulen wieder geöffnet.

Mix aus Präsenzunterricht und digitaler Heimarbeit

Wie es nach dem 11. Mai im Saarland in Sachen Unterricht weitergeht, ist noch unklar. Zwar verfolgt Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) das Ziel, dass bis zu den Sommerferien alle Schüler nochmal Präsenzunterricht an ihren jeweiligen Schulen besuchen können. Einen exakten Fahrplan gebe es dafür aber bisher nicht.

Streichert-Clivot gab bei der Landespressekonferenz am Dienstag zumindest einen Ausblick darauf, wie der Unterricht bis zu den Sommerferien womöglich aussehen könnte: ein Wechsel aus Präsenzunterricht in der Schule und Heimarbeit im Elternhaus mit digitalen Lernangeboten.

Streichert-Clivot will Schülern Perspektive bieten (05.05.2020)
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 05.05.2020, Länge: 02:31 Min.]
Streichert-Clivot will Schülern Perspektive bieten (05.05.2020)

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 5.5.2020 berichtet.

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