Stühle stehen in einer Schule auf den Tischen (Foto: picture alliance/dpa | Oliver Berg)

Unterschiede bei Schul-Quarantäne in Saar-Landkreisen

Jan Henrich / Onlinefassung: Axel Wagner   05.01.2022 | 14:01 Uhr

Die Landkreise im Saarland gehen mit Quarantäneanordnungen nach Corona-Fällen in Schulen sehr unterschiedlich um. Ob und wie viele Mitschüler sich im Fall der Fälle isolieren müssen, ob sie sich freitesten können oder nicht – all das variiert.

Je Nachlandkreis gibt es im Saarland Unterschiede bei der Handhabe von Quarantäneanordnungen nach Corona-Infektionsfällen in Schulen. Das hat eine Umfrage des SR bei den zuständigen Behörden ergeben. Die Unterschiede betreffen sowohl die Frage, ob und wie viele Mitschüler sich bei einem Infektionsfall im Klassenverband isolieren müssen, als auch, ob sie sich freitesten können.

„Relevantes Ausbruchsgeschehen“

Dass in Schulen überhaupt besondere Regeln für die Quarantäne gelten, geht auf eine Landesverordnung zurück. Danach sind Schüler und Lehrer als Kontaktpersonen bei Infektionsfällen von den allgemeinen Absonderungspflichten befreit.

Dies gilt allerdings nicht, wenn ein „relevantes Ausbruchsgeschehen“ vorliegt oder wenn eine noch nicht verbreitete Virusvariante nachgewiesen wird.

So handeln die Landkreise

In diesen Fällen entscheiden die Gesundheitsämter der Landkreise, ob eine Quarantäne für die Mitschüler angeordnet wird. Wann die Kriterien allerdings erfüllt sind, wird unterschiedlich eingeordnet.

Einige Landkreise gehen ab zwei Fällen innerhalb einer Klasse von einem relevanten Infektionsgeschehen aus, Neunkirchen erst ab dem dritten Fall. In Saarlouis und Merzig-Wadern gibt es keine Richtwerte, das Gesundheitsamt entscheidet je nach Sachlage.

Unterschiedliche Quarantäne-Regeln an Schulen
Audio [SR 1, (c) Jan Henrich, 05.01.2022, Länge: 02:29 Min.]
Unterschiedliche Quarantäne-Regeln an Schulen

Anordnung kann ganze Schulkasse treffen

Auch wer in Quarantäne geschickt wird, ist unterschiedlich. Ob die ganze Schulklasse oder nur einzelnen Personen in Quarantäne müssen, wird im Einzelfall entschieden. Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat hierzu Leitlinien aufgestellt, nach denen das jeweilige Risiko für mögliche Kontaktpersonen ermittelt wird. Die Quarantäneanordnung kann dann die ganze Klasse oder auch nur einzelne Personen treffen.

Eine feste Regel, wonach sich in bestimmten Fällen nur die Sitznachbarn absondern müssen, gibt es nicht. Auf Anfrage hatte auch kein Gesundheitsamt über eine entsprechende Praxis berichtet. Je unübersichtlicher das Infektionsgeschehen ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass eine ganze Klasse in Quarantäne geschickt wird.

Omikron ändert die Situation

Einen Unterschied macht es auch, ob ein Omikron-Fall nachgewiesen wurde. In den meisten Landkreisen soll hier bereits ab dem zweiten Fall eine Quarantäne für die gesamte Klasse angeordnet werden.

Der Saarpfalz-Kreis verweist auf die strengere RKI-Richtlinie, wonach eine 14-tägige Quarantäne ab dem ersten Fall für alle Kontaktpersonen empfohlen wird. Dies gelte auch für geimpfte und genesene Mitschülerinnen und Mitschüler. Eine Möglichkeit zum Freitesten bestehe nicht.

Hypothetische Diskussion

Bisher hat allerdings kein Landkreis von einem Omikron-Ausbruch an einer Schule und entsprechenden Quarantäneanordnungen berichtet. Diese könnten vielleicht auch nicht mehr zum Zuge kommen. Die meisten Landkreise gehen davon aus, dass die allgemeinen Quarantäneregeln nach der Ministerpräsidentenkonferenz bereits am Freitag geändert werden.

Möglich wäre, dass der Zeitraum für die Isolation dann verkürzt oder dass die Omikron-Variante künftig nicht mehr als besorgniserregend eingestuft wird. Es wird zudem auch ein neuer Musterhygiene-Plan für das Saarland erwartet.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 05.01.2022 berichtet.

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