Gehilfe und Rollstuhl stehen vor dem Schwesternzimmwer in einem Pflegeheim (Foto: dpa/ Winfried Rothermel)

Infektionen in Pflegeheimen sollen eingedämmt werden

  14.01.2021 | 16:56 Uhr

Die Alten- und Pflegeheime sind ein Brennpunkt der Corona-Pandemie. In den Einrichtungen gibt es immer wieder größere Ausbrüche, die Sterberate ist hoch. Die Politik versucht, gegenzusteuern.

In den Alten- und Pflegeheimen sammeln sich die vulnerablen Gruppen der Corona-Pandemie: Bewohner sind aufgrund ihres meist fortgeschrittenen Alters besonders anfällig für einen schweren Verlauf einer Covid-19-Erkrankung, Mitarbeiter sind durch ihre Tätigkeit nah am Menschen einem deutlich erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt.

Das spiegelt sich auch in den Zahlen wider. Im Saarland wurden nach Angaben der Landesregierung zuletzt in 66 Einrichtungen bei 420 Bewohnerinnen und Bewohnern sowie bei 175 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Infektionen festgestellt. Größere Ausbrüche mit mehr als zehn Infektionen gibt es derzeit in 14 Einrichtungen. Besonders dramatisch: Bislang wurden in den Einrichtungen 304 Todesfälle verzeichnet. Das ist nahezu die Hälfte aller Todesfälle, die im Saarland im Zusammenhang mit Covid-19 registriert wurden.

25.000 FFP2-Masken für Heime

Auch weil die Infektionszahlen durch neue Virusmutationen, die sich schneller verbreiten, noch weiter deutlich ansteigen könnten, will die Politik nun mehr tun, um die Menschen in den Alten- und Pflegeheimen zu schützen. So bekommen auch niedergelassene Mediziner und deren Personal, die in Einrichtungen gehen, einen Anspruch auf eine Impfung gegen das Coronavirus. Am Donnerstag kündigte Gesundheitsstaatssekretär Stephan Kolling (CDU) zudem an, dass das Land 25.000 FFP2-Masken an die Heime verteilen wird. Damit sollen Besucher und Mitarbeiter sich und andere schützen.

Bereits Anfang des Monats sei die Anzahl der Tests deutlich erhöht worden, sagte Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU). In der ersten Januarwoche seien insgesamt 36.572 Schnelltests in den Einrichtungen durchgeführt worden. Dabei habe es 148 positive Ergebnisse gegeben.

Lafontaine beklagt Versäumnisse

Dem Oppositionsführer im saarländischen Landtag, Oskar Lafontaine (Die Linke), genügt das nicht. "Obwohl seit Monaten feststeht, dass Corona vor allem zum Tod von älteren Menschen führt, gibt es immer noch Alten- und Pflegeheime, in denen nicht oder nicht ausreichend getestet wird und wo die Maßnahmen zum Schutz der Bewohner nicht ausreichend sind." Es räche sich nun, dass die Landesregierung nicht auf die jahrelangen Appelle, das Pflegepersonal besser zu bezahlen und genügend Pflegekräfte einzustellen, eingegangen sei.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknahrichten am 14.01.2021 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja