Ein Mitarbeiter eines metallverarbeitenden Betriebes (Foto: dpa/Carsten Rheder)

Not-Tarifvertrag für Metall- und Elektroindustrie

  26.03.2020 | 14:57 Uhr

Die Tarifpartner der Metall- und Elektroindustrie im Bezirk Mitte haben den von der Corona-Krise geprägten Not-Tarifvertrag übernommen. Damit werden die Löhne für die rund 400.000 Beschäftigten der Branche im Saarland, Rheinland-Pfalz und in Hessen in diesem Jahr nicht mehr erhöht.

Der Pilotabschluss war in der vergangenen Woche in Nordrhein-Westfalen ausgehandelt worden. Der Kompromiss sieht zudem vor, dass Arbeitnehmer mit kleinen Kindern zusätzliche freie Tage erhalten. Für Kurzarbeiter soll es Ausgleichszahlungen geben. Dazu sollen die Unternehmen 350 Euro pro Beschäftigten in einen Solidarfonds einzahlen, über deren Verteilung dann in den Betrieben entschieden wird, wie IG Metall und die beteiligten Unternehmerverbände am Donnerstag mitteilten.

Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen

Um ein möglichst hohes Kurzarbeitergeld zu erreichen, soll das Urlaubs- und Weihnachtsgeld auf die monatlichen Einkommen aufgeteilt werden. Für die Unternehmen sinken durch dieses bereits in der Finanzkrise 2009 erprobte Instrument die Kosten. Die Beschäftigten erhalten im Gegenzug einen Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen. "Der Tarifabschluss gewährt unseren Mitgliedsunternehmen in diesen unsicheren Zeiten Planungssicherheit bis Ende des Jahres", lobte der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Thomas Brunn.

Keine Warnstreiks bis Januar 2021

Der Frankfurter Bezirksleiter der IG Metall, Jörg Köhlinger, zeigte sich "sehr froh" über einen tariflichen Rahmen, der die Folgen der Corona-Krise für die Beschäftigten abmildere und Verbesserungen beim Kurzarbeitergeld vorsehe.

Der Not-Abschluss verlängert den eigentlich zum 31. März gekündigten Entgelt-Tarifvertrag bis zum Jahresende 2020 ohne weitere Erhöhungen. Wegen der vereinbarten Friedenspflicht sind bis zum 29. Januar 2021 keine Warnstreiks erlaubt. Die IG Metall hatte ursprünglich auf eine konkrete Lohnforderung verzichtet und wollte stattdessen Jobs in den anstehenden Modernisierungsschüben sichern.

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 26.03.2020.

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