Grenzschild zu Frankreich an der alten Goldenen Bremm in Saarbrücken (Foto: imago images/Becker&Bredel)

Das gilt beim Grenzübertritt in der Großregion

  12.11.2021 | 16:21 Uhr

Frankreich hat seine Corona-Regeln verschärft. Wer dort Urlaub machen möchte, braucht entweder einen negativen Coronatest oder einen Impf- bzw. Genesenennachweis. Gleiches gilt auch für Kinos, Theater, Restaurants und manchen Einkaufszentren. Welche weiteren Regeln für Frankreich und für Luxemburg und Belgien gelten, haben wir hier zusammengefasst.

Was gilt bei Einreisen aus Frankreich/dem Département Moselle nach Deutschland?

Seit dem 1. August brauchen alle Reiserückkehrer ab zwölf Jahren bei der Wiedereinreise nach Deutschland einen negativen Coronatest, wenn sie nicht vollständig geimpft oder genesen sind. Ausnahmen gelten weiter für Grenzpendler und Grenzgänger.


Das gilt bei der Einreise nach Frankreich / ins Département Moselle

Wer aus Deutschland ins Land fahren will und älter als zwölf Jahre ist, benötigt entweder einen negativen PCR- oder Antigen-Test (nicht älter als 24 Stunden) oder einen "pass sanitaire". Dieser "Gesundheitspass" ist die französische Variante des digitalen EU-Impfzertifikats, das auch in Deutschland nach der zweiten Impfung ausgestellt wird.

Das Auswärtige Amt empfiehlt zwar, die französische App "TousAntiCovid" zu nutzen, allerdings können auch die deutschen Apps, die Corona-Warn-App und CovPass, genutzt werden. Auch ein Papier-QR-Code der Impfung kann laut der französischen Botschaft vorgelegt werden, wenn er mit dem europäischen Rahmen kompatibel ist. Dazu muss die bei der Impfung in Deutschland ausgestellte Bescheinigung eine Europaflagge enthalten. Der gelbe Papier-Impfpass wird laut der französischen Botschaft wegen Fälschungsgefahr nicht anerkannt.

Frankreich-Besucher, die nicht geimpft oder genesen sind, müssen einen höchstens 24 Stunden alten Coronatest vorlegen, wenn sie ins Restaurant oder in ein Shoppingcenter gehen möchten. Die Coronatests in Frankreich sind für Touristen kostenpflichtig. Für einen Antigen-Schnelltest müssen 25 Euro bezahlt werden, für einen PCR-Test 43,89 Euro. Nur wenn eine medizinische Begründung vorliegt oder jemand als Kontakt gilt, sind die Tests kostenfrei.

Für den Urlaub in Frankreich empfiehlt es sich, eine europäische Krankenversicherungskarte mitzunehmen. Die Tests können in Apotheken und Testzentren erstellt werden. Eine Liste mit Teststellen findet sich auf der Internetseite des französischen Gesundheitsministeriums.

Für die Einreise wird ein Formular benötigt, das auf der Internetseite des Innenministeriums online ausgefüllt werden kann.

Diese Bestimmungen gelten für die Einreise aus Deutschland, anderen EU-Ländern und verschiedenen weiteren Staaten, die von Frankreich auf eine "grüne Liste" gesetzt wurden. Eine genaue Aufstellung der "grünen Liste" und die Einreisebedingungen aus weiteren Ländern sind auf der Internetseite der Französischen Botschaft zu finden.

Ausnahmen von der Testpflicht bei der Einreise nach Frankreich gelten unter folgenden Umständen:

  • Für Menschen, die sich bei der Einreise nicht weiter als 30 Kilometer von ihrem Wohnort entfernen und weniger als 24 Stunden in Frankreich bleiben (sog. „kleiner Grenzverkehr“)
  • Für Berufspendler
  • Für Lkw-Fahrer

Für diese Gruppen wird auch kein Einreiseformular benötigt. Berufspendler und Lkw-Fahrer müssen ein Dokument mitführen, das den Grund ihrer Reise nachweist.

Auch die Bestimmungen im Land wurden verschärft. Sobald mehr als 50 Menschen zusammenkommen, wird für alle Personen ab 18 Jahren ein Coronatest oder ein Impf- bzw. Genesungsnachweis in Form des "pass sanitaire" nötig. Das betrifft unter anderem Kinos, Konzerte, Festivals und Theater. Auch in Bars, Restaurants, Einkaufszentren und Krankenhäusern sind diese Nachweise verpflichtend, außerdem auch in Fernzügen (TGV, Ouigo und IC - nicht in den TER-Regionalzügen). Ab dem 30. September gilt diese Regelung für alle ab zwölf Jahren.


Welche Testmöglichkeiten stellt das Saarland zur Verfügung?

Am Grenzübergang Goldene Bremm steht seit 2. März ein deutsch-französisches Testzentrum bereit. Es ist täglich von 6.00 bis 22.00 Uhr geöffnet und befindet sich auf dem Gelände des THW an der Bundesstraße 41, direkt am Grenzübergang (Adresse: Metzer Straße 157, 66117 Saarbrücken). Es handelt es sich um ein Drive-in für Pkw. Die saarländische Landesregierung rechnet damit, dass täglich bis zu 1600 Abstriche genommen werden.

Für einen reibungslosen Ablauf sollte vorab ein Termin online unter www.saarland.de/pendler bzw. www.saarland.de/frontalier vereinbart werden. Alternativ kann auf dieser Internetseite auch ein Anmeldeformular ausgefüllt und ausgedruckt werden, das dann vor Ort im Testzentrum abgegeben und erfasst wird. Berufspendler aus Frankreich, die über eine deutsche gesetzliche Krankenversicherung verfügen und eine „Carte vitale“ besitzen, können sich zudem in französischen Apotheken kostenfrei testen lassen.


Brauche ich Tests für die Einreise?

Frankreich: Alle ab zwölf Jahren brauchen einen negativen PCR-oder Antigen-Test, der nicht älter als 24 Stunden ist. Wenn man nachweisen kann, dass man vollständig geimpft ist oder eine Corona-Infektion hatte, die nicht länger als 6 Monate her ist, braucht man keinen Test. Außerdem wird eine Ehrenerklärung benötigt, dass man keine Symptome hat. Die kann man unter anderem auf SR.de herunterladen, dann ausfüllen, ausdrucken und dabei haben. Ausnahmen von der Testpflicht bestehen bei Einreisen auf dem Landweg von weniger als 24 Stunden und in einem Umkreis von 30 km vom eigenen Wohnort.

Luxemburg: Seit 27.06.2021 ist Luxemburg kein Risikogebiet mehr. Wenn man aus dem Saarland mit dem Auto nach Luxemburg fährt, gibt es keine Beschränkungen – weder Testpflicht noch Quarantäne. Wer allerdings über den Flughafen Findel nach Luxemburg einreist und kein Impfzertifikat oder eine Genesenenbescheinigung vorlegen kann, benötigt einen Testnachweis, der nicht älter als 72 Stunden sein darf.

Belgien: Auch recht unkompliziert, wenn man aus dem Saarland nach Belgien fahren möchte. Deutsche dürfen grundsätzlich wieder ohne triftigen Grund einreisen. Belgien hat ausländische Länder und Regionen je nach Infektionslage in rot, orange und grün eingeteilt. Das Saarland ist im Moment orange. Bei orange und grün ist keine Testpflicht und auch eine Quarantänepflicht vorgesehen.
Allerdings muss man innerhalb von 48 Stunden vor der Einreise ein elektronisches Einreise-Formular ausfüllen (den Link dazu gibt es auf den Seiten des Auswärtigen Amts), versenden, aber auch elektronisch auf dem Handy oder als Ausdruck dabei haben bei der Einreise, falls man kontrolliert wird – andernfalls kann das bis zu 250 Euro Geldbuße kosten. Wenn man aber mit dem Auto einreist und sich unter 48 Stunden in Belgien aufhält, braucht man das Formular nicht.

In keinem der Länder braucht man einen zusätzlichen Test, um eine Unterkunft zu buchen.


Was muss ich beachten, wenn ich in den drei Ländern essen gehen will?

Frankreich: Alle Personen ab 18 Jahren brauchen in Frankreich einen negativen Test oder einen Geimpften- bzw. Genesenennachweis für den Restaurantbesuch. Allerdings ist die Personenanzahl beschränkt auf sechs Gäste an einem Tisch. Und drinnen ist die Auslastung auf 50 Prozent begrenzt. In der Innnengastronomie gilt Maskenpflicht.

Luxemburg: Im Außenbereich können bis zu zehn Gäste zusammensitzen – ein Test ist nicht nötig. Im Innenbereich ist das ein bisschen anders. Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder können bis vier Personen ohne Test zusammensitzen oder bis zehn Gäste mit einem so genannten Covid-Check. Das ist entweder ein offizieller Nachweis über eine vollständige Impfung, eine überstandene Corona-Infektion oder ein gültiger negativer PCR- oder Schnelltest - auch Selbtsttests sind zugelassen. Gültig heißt in diesem Fall bei PCR nicht älter als 72 Stunden, bei Schnell- und Selbsttests 48 Stunden. Des Öfteren kann man auch einen Schnelltest vor Ort machen.

Belgien: In Belgien gibt es keine Testpflicht für Cafés und Restaurants.


Was muss ich bei einem Tagesausflug, beispielsweise nach Metz, beachten?

Frankreich: Man braucht ein gültiges negatives Schnelltest-Ergebnis, um offiziell einreisen zu dürfen sowie die Ehrenerklärung, dass man keine Symptome hat. Für das Museum sollte man vorher ein Ticket über die Webseite buchen – das gilt am entsprechenden Tag für einen Zeitraum von zwei Stunden, den man sich vorher ausgesucht hat – z.B. von 10 bis 12 oder 14 bis 16 Uhr. Man kann es aber auch spontan an der Tageskasse probieren. Drinnen ist auf jeden Fall eine Mund-Nasen-Schutz Pflicht und genügend Abstand zu den anderen Besuchern vorgeschrieben.

Luxemburg: Man braucht keinen Test für die Einreise. Die Museen sind geöffnet. Aber auch hier muss die Maskenpflicht eingehalten werden.

Belgien: Hier ist für Aktivitäten wie Museumsbesuche aber auch für Unterkünfte eine Vorabreservierung vorgeschrieben. Das geht zum Beispiel über die Webseite belgien-tourismus-wallonie.de.


Was gilt an weiteren Beschränkungen im Land?

Frankreich: Draußen gilt keine Maskenpflicht mehr, nur noch wenn sich nicht genügend Abstand einhalten lässt, wie z.B. auf Wochenmärkten. Drinnen ist aber nach wie vor Maskenpflicht, in öffentlich zugänglichen Räumen wie Geschäften oder Bahnhöfen.

Luxemburg: Ebenfalls ist hier Maskenpflicht in öffentlichen Räumen, in Verkehrsmitteln, Geschäften, und grundsätzlich überall dort, wo ein Mindestabstand von 2 Metern nicht eingehalten werden kann.

Belgien: Es gilt ein Abstand von 1,50 Meter, Maskenpflicht im ÖPNV inkl. Haltestellen sowie in Geschäften, z.T. auch in Einkaufsstraßen. Die Gemeinden können selbstständig Zonen im öffentlichen Raum festlegen.


Brauche ich einen Test oder muss ich in Quarantäne, wenn ich wieder zurück ins Saarland komme?

Luxemburg und Belgien sind alle drei keine Risikogebiete mehr, deshalb muss man nicht in Quarantäne, wenn man wieder nach Deutschland einreist. Seit dem 1. August gilt aber eine allgemeine Testpflicht für alle Reiserrückkehrer - egal, ob sie mit dem Auto, Bus, Bahn oder mit dem Flugzeug einreisen. Ausgenommen sind Geimpfte und Genesene.

Für Frankreich sind ab 8. August folgende Regionen und Überseegebiete als Hochrisikogebiete eingestuft:

  • Okzitanien
  • Provence-Alpes-Côte d'Azur
  • Korsika
  • Guadeloupe
  • Martinique
  • Réunion
  • St. Barthélemy
  • St. Martin

Die Lage kann sich schnell verändern und weiterentwickeln. Man sollte regelmäßig bei der Planung und vor der Abreise die aktuelle Situation überprüfen. Bei uns im Programm und auf SR.de oder auch auf den Seiten des Auswärtigen Amts kann man sich immer über den neuesten Stand informieren.

Webdoku
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