Möbel Martin (Foto: imago/Marc Schüler)

Möbel Martin darf vorläufig wieder öffnen

Axel Wagner   28.04.2020 | 06:49 Uhr

Die saarländische Möbelhauskette Möbel Martin darf ihre Standorte in Ensdorf, Neunkirchen und Saarbrücken vorläufig ohne Größenbeschränkungen öffnen. Einem entsprechenden Eilantrag gegen die Corona-Beschränkungen der Landesregierung hat das Oberverwaltungsgericht des Saarlandes am Montag stattgegeben.

OVG urteilt: Möbel Martin darf öffnen, Karstadt nicht
Audio [SR 3, (c) SR, 27.04.2020, Länge: 00:43 Min.]
OVG urteilt: Möbel Martin darf öffnen, Karstadt nicht

Die Richter argumentierten, dass die Beschränkung auf 800 Quadratmeter, die für den Einzelhandel gilt, nicht auf die Möbelhäuser angewendet werden kann. Sie ziehen den Vergleich zu Lebensmittelhändlern und Baumärkten, die von der Begrenzung generell freigestellt wurden. Anders als Kaufhäuser oder Einkaufszentren seien die Möbelhäuser im Sortiment beschränkt und befänden sich nicht in zentraler Innenstadtlage. Deshalb sei nicht mit einem erhöhten Kundenaufkommen zu rechnen.

Geschäftsführer Nicolas Martin sagte dem SR, die Möbelhäuser sollten schon am Dienstag wieder öffnen. Allerdings gelte vorerst, dass sie von Montag bis Donnerstag nur bis 19.00 Uhr geöffnet seien, denn man rechne nicht mit einem Ansturm.

Möbel Martin hatte nach Angaben des Gerichts auch auf ein eigenes Hygienekonzept verwiesen. Dies soll nun zum Zuge kommen. Zentraler Punkt auch hier: Abstand und Platz. 50 Quadratmeter sollen es pro Kunde sein. „Das ist für uns das Limit“, so Geschäftsführer Nicolas Martin. Spuckschutz an den Kassen, eine digitale Zählanlage am Eingang, Desinfektionsstationen und Schulungen für die Mitarbeiter - damit hat sich das Möbelhaus schon in den vergangenen Tagen auf eine Wiedereröffnung vorbereitet.

Rehlinger für neue Kriterien

Möbel Martin am ersten Tag der Wiedereröffnung
Audio [SR 3, Oliver Buchholz, 28.04.2020, Länge: 03:34 Min.]
Möbel Martin am ersten Tag der Wiedereröffnung

Für Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) kommt die Entscheidung des OVG nicht überraschend. „Die Abgrenzungsschwierigkeiten gerade bei Möbelhäusern waren leider vorprogrammiert.“ Sie habe sich bei der Ministerpräsidentenkonferenz für eine Regelung ohne Quadratmetergrenze eingesetzt, ihr Vorschlag habe sich aber nicht durchsetzen können. „Wir sollten die Lage auch angesichts mehrerer anders handelnder Bundesländer neu bewerten und als Kriterium vor allem auf die Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen abstellen. Dabei ist vor allem die Anzahl der Personen pro Quadratmeter Verkaufsfläche als maßgeblicher Faktor anzusehen.“

Die Warenhauskette Karstadt Kaufhof, die ebenfalls einen Eilantrag auf vollständige Öffnung gestellt hatte, war am Montagmittag gescheitert.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 27.04.2020 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja