Am ZF-Standort Saarbrücken werden in Serie 8-Gang Plug-In Hybridgetriebe produziert. Montage und Verschraubung eines Sensors. (Archivbild) (Foto: ZF Friedrichshafen AG/Dominik Gigler/Pressefoto)

Krise trifft Metall- und Elektroindustrie im Saarland

  14.04.2020 | 12:11 Uhr

Saarländische Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie sind offenbar stärker von der Krise betroffen als die Branche bundesweit. Laut einer Blitzumfrage des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes (ME Saar) unter 42 saarländischen Unternehmen meldeten 90,5 Prozent Produktionseinschränkungen.

Bundesweit ist demnach nur bei 83 Prozent der Unternehmen die Produktion beeinträchtigt. 64,3 Prozent der saarländischen Unternehmen hätten Kurzarbeit angemeldet, so der ME Saar, drei von zehn sogar für 80 Prozent der Belegschaft.

Auftragseinbruch um 26 Prozent

Als Hauptgrund nennen die Betriebe einerseits die fehlende Nachfrage, andererseits aber auch fehlendes Material. „Saarländische Unternehmen sind von der Corona-Krise besonders betroffen, weil die hiesige Industrie stark auf den Automobilbau fokussiert ist und gerade in diesem Bereich die Nachfrage immens zurückgegangen ist“, sagte ME-Saar-Geschäftsführer Jens Colling.

In der Autoindustrie sind die Aufträge einer Erhebung von Gesamtmetall zufolge im ersten Quartal 2020 um 26 Prozent zurückgegangen, im sonstigen Fahrzeugbau sogar um 28 Prozent. In der gesamten Metall- und Elektroindustrie liegt der Rückgang bei 14 Prozent.

Mehr Kurzarbeit erwartet

Nach Angaben des Verbandes ist dabei der Höhepunkt noch nicht erreicht. 16,6 Prozent aller saarländischen Unternehmen planen innerhalb der kommenden vier Wochen weitere Kurzarbeit. „Bei den Unternehmen geht es jetzt vor allem darum, Liquidität zu sichern“, so Colling.  

Wenig Verständnis zeigte er für die Forderung der IG Metall, wonach Unternehmen das Kurzarbeitergeld aufstocken sollen. „Hier geht es nicht mehr um einen Verteilungskampf, sondern in vielen Fällen um die Existenz der Unternehmen.“

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 14.04.2020 berichtet.

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