Ein Passant geht an einen geschlossenen Lokal vorbei. (Foto: picture alliance/Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa)

Handel und Gastronomie kritisieren Corona-Regeln

  26.11.2020 | 17:33 Uhr

Die neuen Corona-Regeln von Bund und Ländern sorgen für Kritik im Handel und in der Gastro-Branche. So seien die neuen Quadratmeter-Regelungen im Einzelhandel überzogen. Die Gastronomie beklagt die fehlende Planungssicherheit.

Gastronomie und Einzelhandel kritisieren neue Corona-Beschränkungen
Audio [SR 3, Simin Sadeghi, 26.11.2020, Länge: 00:59 Min.]
Gastronomie und Einzelhandel kritisieren neue Corona-Beschränkungen

Es gebe keine Hinweise dafür, dass der Einzelhandel Pandemietreiber sei, sagte der Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbands Saarland Fabian Schulz. Er sieht das wichtige Weihnachtsgeschäft in Gefahr. Schon jetzt verzeichne der Einzelhandel Einbußen von bis zu 60 Prozent. Vor allem Supermärkte, Shoppingcenter und Kaufhäuser seien von den neuen Regelungen betroffen.

Weniger Kunden pro Quadratmeter

Laut der am Mittwochabend beschlossenen Maßnahmen dürfen Geschäfte mit einer Ladenfläche von mehr als 800 Quadratmetern künftig nur noch einen Kunden pro 20 Quadratmeter reinlassen. Aus diesem Grund fordert der Einzelhandelsverband Unterstützung ähnlich wie in der Gastronomie, anstatt Kredite.

Und nach dem 20. Dezember?

Auch der Hotel- und Gaststättenverband im Saarland kritisiert die Verlängerung des Lockdowns für die Betriebe. Man habe damit gerechnet, sich aber mehr Planungssicherheit gewünscht. Die Gastro-Betriebe seien keine "Garagen, die man einfach auf und wieder zu machen" könnte, sagte Dehoga-Geschäftsführer Frank Hohrath. Man begrüße aber, dass nun die Novemberhilfen beantragt werden können. Diese müssten schnell ausgezahlt werden.

Die Gewerkschaft NGG fordert für die Beschäftigten in der saarländischen Gastronomie eine Corona-Soforthilfe von 1000 Euro. NGG-Geschäftsführer Mark Baumeister sagte zur Begründung, die Verlängerung des Lockdowns habe für Köche, Servicekräfte oder Hotelfachleute dramatische Folgen.

Die Gewerkschaft verweist unter anderem auf die niedrigen Löhne in der Gastronomie. Das Kurzarbeitergeld sei daher für viele Beschäftigte nicht ausreichend. Laut NGG wandern derzeit viele Gastro-Beschäftigte in andere Branchen ab.

Noch ist unklar ist, ob Gastronomie und Hotels ab dem 20. Dezember öffnen dürfen. Bis zum 15. Dezember wollen sich Bund und Länder erneut besprechen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 26.11.2020 berichtet.

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