Das Start-up "Notration" packt Lebensmittel-Pakete zum Ausliefern (Foto: SR)

Neues Start-Up liefert Lebensmittel

Julia Berdin / Onlinefassung: Axel Wagner   06.04.2020 | 21:28 Uhr

Weil zwei Saarbrücker Start-Ups durch die Coronakrise die Einnahmen weggebrochen sind, haben sie ein neues Unternehmen geschaffen: einen Lieferservice namens „Notration“, der Essenspakete an diejenigen ausliefert, die aktuell nicht mehr selbst einkaufen gehen wollen oder können.

Ein Paket voller haltbarer Lebensmittel reicht, um für eine Person eine Woche lang jeden Tag drei Mahlzeiten zuzubereiten – das ist die Idee von „Notration“. Innerhalb von nur zehn Tagen ist das neue Start-Up aus zwei jungen Unternehmen entstanden. Bestellt wird online – als Testpaket oder Monatsabo für ein bis drei Personen. Die Lebensmittel in der Box sind festgelegt, ändern sich aber wöchentlich. Rezeptvorschläge sollen die Zubereitung erleichtern.

Start-up organisiert Lebensmittel-Lieferungen (06.04.2020)
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 06.04.2020, Länge: 02:35 Min.]
Start-up organisiert Lebensmittel-Lieferungen (06.04.2020)

Lebensmittel für sieben Tage

Drin im Paket sind unter anderem Reis, Nudeln, Saucen und Konserven, aber auch etwas fürs Frühstück. „Man kann es auch einfach erklären, dass man mit unserer Box die Möglichkeit hat, 21 Gerichte in sieben Tagen zu kochen“, so Unternehmer Venoth Nagarajah. Gewürze, Drogerie- und Hygieneartikel können separat dazubestellt werden.

Einkaufen gehen die Jungs von „Notration“ im Großhandel und bei lokalen Einzelhändlern – je nachdem, wo sie noch etwas bekommen. Die Gewinnmarge ist nach Angaben des Start-Ups eher gering. Es gehe mehr um Solidarität als um das große Geld.

Hygienisch verpackt

Nach den Worten von Mitarbeiter Anh Tuan Truong richtet sich das Angebot von „Notration“ an Menschen, die in der aktuellen Krise nicht einkaufen gehen dürfen oder zu große Angst davor haben. „Wir versuchen, das so hygienisch wie möglich zu verpacken. Wir tragen Mundschutz, Handschuhe, und haben Desinfektionsmittel da.“

Ausgeliefert wird mit Elektromopeds und E-Bikes. Für den Gründer des Unternehmens Tribe Share, Osman N’Guer, ist das eine Win-Win-Situation. Normalerweise vermietet er die Roller, ähnlich wie beim Carsharing. Doch in einer Situation wie jetzt will er es nicht riskieren, dass sich Kunden über die Nutzung der Mopeds oder das Teilen von Helmen möglicherweise infizieren.

Kontaktlose Übergabe

Weil die „Notration“-Box schon bei der Online-Bestellung bezahlt wird, kann die Übergabe kontaktlos erfolgen. Das neue Unternehmen ist jetzt erstmal für die Dauer der Ausgangsbeschränkungen ausgelegt. Ob es danach weitergeht, wird die Nachfrage zeigen. Einen Teil des Gewinns will das junge Unternehmen an die Saarbrücker Kältehilfe spenden.

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Über dieses Thema hat auch der „aktuelle bericht“ vom 06.04.2020 berichtet.

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