Nemak Dillingen (Foto: Karin Mayer/SR)

Viele Zulieferfirmen in Kurzarbeit

Karin Mayer   23.03.2020 | 19:17 Uhr

Immer mehr Automobilzulieferer sind wegen der Corona-Krise in Kurzarbeit oder bereiten sie vor. Betroffen sind etwa die Alugießerei Dillingen, Nedschroef, Motus und Lakal. Auch Schaeffler, Thyssen Krupp Gerlach und Hydac bereiten Kurzarbeit vor.

Bei Nemak Dillingen steht die Produktion seit heute. Werksleiter Marcus Speicher sagte dem SR, das gelte bis auf weiteres, mindestens aber zwei Wochen. Weil die Werke der Kunden in Deutschland, Österreich, Ungarn, Italien und England bereits stehen, habe Nemak reagieren müssen.

Saarländische Firmen bereiten Kurzarbeit vor
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 23.03.2020, Länge: 02:33 Min.]
Saarländische Firmen bereiten Kurzarbeit vor

Grenzgänger freigestellt

Immer mehr Kurzarbeit im Saarland
Audio [SR 3, Karin Mayer, 23.03.2020, Länge: 03:08 Min.]
Immer mehr Kurzarbeit im Saarland

Der Stillstand der Produktion mache nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen, sondern auch aus sozialen Gründen Sinn. Innerhalb von zwei Wochen könne es gelingen, Infektionsketten zu brechen und Ansteckungen zu reduzieren. Bei Nemak wurden nach Unternehmensangaben bereits seit Januar Temperaturmessungen am Eingang durchgeführt. Rund 100 französische Grenzgänger wurden aus Sicherheitsgründen freigestellt. 

Kurzarbeit bei Nedschroef, Motus und Lakal

Nach Angaben der IG Metall Völklingen sind ab dieser Woche auch Nedschroef in Fraulautern und Beckingen und Motus in Überherrn betroffen. Der Betriebsratsvorsitzende von Nedschroef in Beckingen, Gerfried Lauer, sagte dem SR, Auslöser sei der Produktionsstillstand bei den Autoherstellern. Dadurch könnten die Zulieferer ihre Kunden nicht mehr beliefern. Kurzarbeit plant nach Gewerkschaftsangaben auch das Unternehmen Lakal auf dem Lisdorfer Berg.

Schaeffler und Thyssen Krupp Gerlach

Im Saarpfalz-Kreis bereiten sowohl Schaeffler als auch Thyssen Krupp Gerlach Kurzarbeit vor. Peter Vollmar von der IG Metall Saarpfalz sagte dem SR, bei Schaeffler werde ein Teil der Produktion weiterlaufen. Etwa zwei Drittel der Beschäftigten arbeite für die Automobilindustrie. Bei Schaeffler in Homburg sind 2700 Mitarbeiter beschäftigt. 

Hydac plant Kurzarbeit

Nach Angaben der IG Metall Saarbrücken plant auch die Hydac-Gruppe Kurzarbeit und Betriebsschließungen. Den Informationen zufolge laufen derzeit die Abstimmungen. Entscheidungen werden im Laufe des Tages erwartet.  

Produktion bei Festo läuft weiter

Bei Festo in St. Ingbert läuft hingegen die Produktion weiter. Laut einer Sprecherin soll alles versucht werden, um die Produktion aufrechtzuerhalten. Derzeit gelinge das weltweit an allen Standorten. Hingegen anderweitiger Informationen von Sonntagabend bleiben die französischen Grenzgänger vorerst weiter in Quarantäne. In der Produktion habe Festo die Hygienevorschriften verschärft, so die Sprecherin. 

Produktion bei ZF ruht

Bei ZF in Saarbrücken ruht die Produktion in weiten Teilen. Auch das Ausbildungszentrum soll nun - entgegen erster Planungen - ab Dienstag für zwei Wochen geschlossen werden. Wie der Betriebsratsvorsitzende Mario Kläs dem SR mitteilte, habe das Unternehmen die Lage neu beurteilt. So seien im Ausbildungszentrum auch Risikogruppen beschäftigt, diese wolle man vor Ansteckung schützen.

Außerdem seien ÖPNV-Verbindungen für Auszubildende weggefallen. Die Jugendlichen hätten daraufhin Fahrgemeinschaften gebildet, was die Ansteckungsgefahr vergrößert hätte. Die Azubis sollen nun mit E-Learning weitergebildet werden. Bei ZF werden zurzeit 170 Jugendliche ausgebildet. 

 Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 23.03.2020 berichtet.

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