Die Notaufnahme eines Krankenhauses (Foto: dpa/Hauke-Christian Dittrich)

Krankenhäuser warnen vor finanziellen Problemen

  28.03.2020 | 12:45 Uhr

Die Krankenhausdirektoren im Saarland und in Rheinland-Pfalz haben die am Freitag beschlossenen Corona-Hilfsmaßnahmen für Krankenhäuser als völlig unzureichend kritisiert. Das finanzielle Volumen des Rettungsschirms trage der dramatischen Situation der Krankenhäuser keinesfalls Rechnung.

Die Krankenhäuser beider Bundesländer würden durch die Pandemie zunehmend auch in wirtschaftliche Schwierigkeiten gebracht, schreibt Peter Förster, Vorsitzender der Landesgruppe Rheinland-Pfalz und Saarland, in einem Brief an die Ministerpräsidenten und Gesundheitsminister in Mainz und Saarbrücken. Es gebe beträchtliche Erlöseinbußen durch deutlich reduzierte Patientenbehandlungen bei zugleich drastisch gestiegenen Mehrkosten.

Dem würden die von der Politik in Aussicht gestellten Hilfen nicht gerecht. "Wir sind entsetzt vom Volumen des finanziellen Rettungsschirms im geplanten Covid-19-Krankenhausentlastungsgesetz", so Förster. Die im Gesetzesentwurf enthaltene Mehrkostenpauschale von 50 Euro reiche bei weitem nicht aus, um die Mehrkosten durch die Pandemie zu tragen. "Im Extremfall kann die aktuelle Situation sogar dafür sorgen, dass aufgrund der Corona-Krise Kliniken Insolvenz anmelden müssen. Das muss in der jetzigen Situation in jedem Fall vermieden werden."

Steigende Kosten und Mindereinnahmen

Die Politik in Mainz und Saarbrücken müsse sich auf Bundesebene dafür einzusetzen, dass für das Jahr 2020 das Selbstkostendeckungsprinzip eingeführt werde. Alternativ könnten die Landesregierungen für die über das Krankenhausentlastungsgesetz hinausgehenden Kosten Unterstützung gewähren. Allein im Westpfalz-Klinikum fielen derzeit hohe fünfstellige Beträge für zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen und zusätzliche Abstriche beim Klinikpersonal an, machte der Klinikgeschäftsführer deutlich. Die Beschaffungskosten für die Schutzausrüstung der Mitarbeiter lägen im mittleren sechsstelligen Bereich.

Durch die Absage von geplanten Operationen verliere die Klinik einen Millionenbetrag jede pro Woche. Die Preise für Medikamente und Desinfektionsmitteln stiegen zudem extrem an.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 28.03.2020 berichtet.

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