Ein Schild mahnt einem Abstand von 1,5 Metern wegen des Coronavirus (Foto: picture alliance/ANP)

Hans begrüßt bundesweite Einigung

Thomas Braun   22.03.2020 | 20:13 Uhr

Bund und Länder haben im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus beschlossen, soziale Kontakte weiter einzuschränken. Saar-Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) begrüßte die Entscheidung. Das Saarland bleibt aber bei seiner Regelung.

Eine bundesweite Harmonisierung sei der sinnvollste Weg, auch wenn es unterschiedliche Situationen in den Bundesländern gebe, sagte Hans. "Die Menschen haben nach wie vor die Möglichkeit, Spaziergänge oder Sport in der Natur zu machen, aber wir werden auch der Verantwortung gerecht, die Ausbreitung weiter zu verlangsamen und so wertvolle Zeit zur Versorgung von schwer kranken Personen zu gewinnen."

Video [aktueller bericht am Sonntag, 22.03.2020, Länge: 2:46 Min.]
Gruppen über zwei Personen verboten

Saarland bleibt bei seiner Regelung

Ausgangsbeschränkung oder Kontaktverbot?
Audio [SR 3, Caro Dylla, 23.03.2020, Länge: 03:32 Min.]
Ausgangsbeschränkung oder Kontaktverbot?

Das Saarland werde seine seit Samstag geltende Verfügung allerdings nicht ändern, teilte Regierungssprecher Alexander Zeyer auf SR-Nachfrage mit. Die saarländische Regelung sei im Prinzip noch strenger, als die jetzt auf Bundesebene getroffene Einigung. "Schon seit dem Wochenende sind im Saarland Ansammlung auch in den eigenen vier Wänden nicht erlaubt", sagte Zeyer.

Ausgenommen davon seien Haushaltsmitglieder und Lebenspartner - aber keine Personen darüber hinaus. "Lediglich draußen dürfen Sie mit zwei Metern Abstand spazieren gehen oder Sport treiben", sagte Zeyer. Dann zwar auch mit bis zu fünf Personen - allerdings sei auch hier keine Gruppenbildung erlaubt. Der Mindestabstand von zwei Metern müsse eingehalten werden. Generell rate die Landesregierung aber von allen nicht unbedingt notwendigen gemeinsamen Aktivitäten ab.

Video [aktueller bericht am Sonntag, 22.03.2020, Länge: 2:08 Min.]
Ausgangsbeschränkungen im Saarland

"Keine Empfehlung. Es sind Regeln."

Am Sonntag hatten sich die Ministerpräsidenten und die Bundesregierung auf ein Grundgerüst für weitere Einschränkungen verständigt. Danach soll vorerst für zwei Wochen der Aufenthalt im öffentlichen Raum "nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet" sein, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einer Pressekonferenz am Sonntag in Berlin mitteilte.

Zudem soll in der Öffentlichkeit - wo immer möglich - ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen eingehalten werden. Die Bürger seien ingesamt angehalten, die Kontakte auf ein absolutes Minimum zu reduzieren. Merkel betonte: "Dies sind nicht einfach irgendwelche Empfehlungen des Staates. Es sind Regeln." Sie appellierte an die Bevölkerung, jetzt mitzuziehen. "Tun Sie jetzt das, was richtig ist für unser Land."

Das "Grundgerüst" der Maßnahmen der einzelnen Länder ähnele sich sehr, sagte Merkel zu den erweiterten Maßnahmen. Manches werde in den Ländern aber eben noch spezifisch für die jeweilige Situation geregelt. Merkel verwies dabei auch auf das Saarland, dass eine Grenze zu einer Hochrisikoregion in einem Nachbarland habe. Kurz nach der Pressekonferenz begab sich Merkel selbst in häusliche Quarantäne, da ein sie behandelnder Arzt mittlerweile positiv auf das Coronavirus getestet wurde.

Bereits weitreichende Beschränkung im Saarland

Im Saarland gilt bereits seit Samstag eine weitreichende Ausgangsbeschränkung. Am Sonntagvormittag appellierte der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) noch einmal in einer Videobotschaft an die Bevölkerung, diese Beschränkungen einzuhalten. Gleichzeitig kündigte er an, dass die Polizei bei Verstößen hart durchgreifen werde.

Neue Regelungen lassen Schlupflöcher offen
Audio [SR 3, Thomas Gerber, 23.03.2020, Länge: 03:25 Min.]
Neue Regelungen lassen Schlupflöcher offen

Die stellvertretende saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) verwies am Sonntag nach der bundesweiten Einigung darauf, dass das Saarland wegen seiner besonderen Situation an der französischen Grenze bereits früher habe handeln müssen. Sie betonte aber auch: "Körperliche Distanz muss keine soziale Distanz schaffen." Sie habe den Eindruck, dass die Saarländer in dieser besonderen Situation den Zusammenhalt noch einmal als großen Wert entdecken, "als Kitt unserer Gesellschaft."

Im Saarland wurden bis Sonntagmittag 318 Personen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet. Eine Person ist bislang an den Folgen der Erkrankung im Saarland gestorben.

Corona-Hotline

Für Fragen rund um das Thema Corona-Virus hat die saarländische Landesregierung eine Hotline eingerichtet. Die Hotline ist werktags von 6.00 Uhr bis 24.00 Uhr erreichbar. Samstag und Sonntag ist die Hotline von 8.00 Uhr bis 18.00 Uhr erreichbar.

Die Nummer ist 0681 501-4422 .

Fragen zum Coronavirus können auch per Mail an die Adresse corona@saarland.de gestellt werden. Infos gibt es zudem auf der Internetseite www.corona.saarland.de.


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Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten.

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