Fieberthermometer (Foto: pixabay/leo2014)

Infizierte müssen Kontaktpersonen nun selbst informieren

Diana Kühner-Mert   02.04.2020 | 18:47 Uhr

Kontaktpersonen von Corona-Infizierten werden im Regionalverband Saarbrücken ab sofort nicht mehr von Mitarbeitern des Gesundheitsamtes informiert. Hintergrund sind die stark gestiegenen Fallzahlen.

Infizierte müssen dem Gesundheitsamt auch künftig eine Liste enger Kontaktpersonen zur Verfügung stellen, teilte ein Sprecher des Regionalverbandes auf SR-Anfrage mit. Allerdings sei es nun ihre Aufgabe, diese Personen selbst über die Infektion zu informieren.

14-tägige Quarantäne für enge Kontaktpersonen

Für diese engen Kontaktpersonen gelte dann eine 14-tägige häusliche Quarantäne. Die Rückverfolgung von Infektionsketten ist nach Ansicht des Regionalverbandes auch mit dem neuen Verfahren sichergestellt. Die Infizierten seien laut Infektionsschutzgesetz zur Mitwirkung verpflichtet. Ob die Anweisungen nun vom Infizierten selbst kämen oder vom Amt – sie seien verbindlich und zu befolgen. Als enge Kontaktpersonen gelten Menschen, die über mindestens 15 Minuten engen Face-to-Face-Kontakt mit einem Abstand unter zwei Meter zu einem Corona-Infizierten hatten.

Im Regionalverband ist die Zahl der Infizierten stark angestiegen. Bis Mittwochabend gab es 421 bestätigte Fälle. Das Gesundheitsamt schafft es nicht mehr, alle engen Kontaktpersonen von Corona-Infizierten anzurufen und unter Quarantäne zu setzen. Zuletzt hatten Bund und Länder vereinbart, die Gesundheitsämter für die Kontaktrückverfolgung auch personell zu stärken, indem Mitarbeiter anderer Verwaltungsbereiche und Freiwillige zum Einsatz kommen.

Hintergrund

Gesundheitsämter am Limit
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 30.03.2020, Länge: 02:36 Min.]
Gesundheitsämter am Limit

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 02.04.2020

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