Tobias Hans (CDU), Ministerpräsident des Saarlandes (Foto: picture alliance/Arne Immanuel Bänsch/dpa)

Hans: "Maskenpflicht derzeit kein Thema"

  02.04.2020 | 14:20 Uhr

Eine generelle Pflicht zum Tragen von Schutzmasken wird es trotz der Corona-Situation vorerst nicht geben. Der saarländische Ministerpräsident Hans sagte im SR, das sei das Ergebnis von Gesprächen zwischen Bundeskanzlerin Merkel und den Regierungschefs der Länder.

Tobias Hans zu Maskenpflicht, Ausgangsbeschränkung und Ausgangssperre
Audio [SR 3, Interview: Gerd Heger, 02.04.2020, Länge: 07:03 Min.]
Tobias Hans zu Maskenpflicht, Ausgangsbeschränkung und Ausgangssperre

Zum einen stünden gar nicht genügend Masken zur Verfügung, um die ganze Bevölkerung auszustatten. Zudem halte er eine Maskenpflicht für „ein trügerisches Signal", sagte Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) im SR-Interview. Die Masken böten keinen ausreichenden Schutz vor Viren.

Dennoch sei das Tragen der Maske „grundsätzlich in Ordnung“. Gleichwohl müssten sich auch Menschen mit Masken an die Vorgaben der Landesregierung halten und sich auch an die Ausgangsbeschränkung halten.

Maßnahmen zeitlich befristet

Mit Blick auf die vielen Unklarheiten und Unsicherheiten in der Bevölkerung betonte Hans, man habe es mit einer ganz neuen Situation zu tun. Er habe Verständnis für die Sorgen vieler Menschen. „Ich verspreche aber an dieser Stelle, dass die Maßnahmen zeitlich befristet sind – derzeit bundesweit bis zum 20. April. Wir werden sie immer wieder auf den Prüfstand stellen. Denn solche Eingriffe in die persönlichen Freiheiten müssen gut begründet sein.“

"Empfindliche Strafen"

Aktuell, so Hans, schaffe man es, mit den Regelungen, die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Die ersten Zahlen stimmten hoffnungsvoll. „Es müssen sich eben alle daran halten. Deshalb ist es wichtig, deutlich zu machen, dass, wer diesen Maßnahmen zuwider handelt, mit empfindlichen Strafen rechnen muss. Hoffentlich hat es dann auch der Letzte verstanden.“

"Arbeiten, einkaufen, spazieren"

Mit Blick auf die sogenannten „triftigen Gründe“, aufgrund derer man das Haus verlassen darf, betonte Hans erneut: „Natürlich zählt dazu der Gang zur Arbeit. Auch Einkaufen ist ein triftiger Grund. Auch die Versorgung von pflegebedürftigen Verwandten ist ein triftiger Grund.“ Ebenso sei es möglich, einen Spaziergang mit der Familie zu machen oder den Personen, die im eigenen Haushalt lebten. Zudem sei es erlaubt, sich zum Sport oder Spazieren mit einer Person zu treffen, die nicht im eigenen Haushalt lebe.

"Man schadet alten und kranken Menschen"

Der Ministerpräsident machte aber erneut deutlich, dass Bürger, die sich nicht an die Beschränkungen hielten, anderen Menschen schadeten. „Man schadet dadurch vor allem alten und kranken Menschen, die sich dadurch eben leichter mit Corona infizieren können und medizinische Behandlung benötigen.“ Insofern werde man darauf achten, dass die Maßnahmen eingehalten würden.

Ein Thema in der SR 3-Sendung "Region am Mittag" am 02.04.2020.

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