"Corona Sperrzone" steht auf einem Schild am Eingang der Covid-19 Station. (Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Bodo Schackow)

Intensivstationen im Saarland droht Überlastung

Mit Informationen von Thomas Gerber   18.11.2021 | 11:41 Uhr

Das Landeskompetenzzentrum des saarländischen Gesundheitsministeriums hat die interne Ampel für den Non-Covid-Bereich auf den Intensivstationen erstmals auf Rot geschaltet. Es fehlt an Personal, das sich um die Patienten kümmern kann. Die Experten befürchten in den kommenden Wochen eine Überlastung.

Die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen ist auch im Saarland innerhalb der letzten beiden Wochen deutlich gestiegen. Intensiv- und Notfallmediziner schlagen deshalb Alarm. In dem Monitoringbericht des Landeskompetenzzentrums der Experten heißt es, man befürchte in den nächsten Wochen eine „drohende Überlastung der Krankenhäuser“.

Operationen könnten verschoben werden

Gemäß ihres Ampelsystems stufen die Experten die Lage auf den Intensivstationen für den Bereich der Covid-Patienten erstmals nicht mehr mit Grün, sondern mit Gelb ein. Für alle anderen Patienten haben sie sogar die Ampel auf Rot geschaltet.

Diese Empfehlung könnte bedeuten, dass bei weiter steigenden Fallzahlen auch im Saarland elektive Eingriffe – also nicht akut notwendige Operationen – verschoben werden sollten.

Lepper: Jetzt auf die Bremse treten

Der Homburger Intensivmediziner Philipp Lepper sagte, die Situation mache ihm große Sorgen. Bereits jetzt, am Anfang der Welle, befänden sich allein in Homburg zehn Covid-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung. Ende Dezember und Anfang Januar sei, auch wegen der Feiertage, mit noch höheren Zahlen zu rechnen. Es müsse jetzt auf die Bremse getreten werden, sonst werde die Situation heikel.

Deshalb habe die Expertengruppe die Ampel für den Non-Covid-Bereich auf den Intensivstationen erstmals auf Rot geschaltet. Es fehle nicht an Betten sondern an Personal, um Patienten etwa nach Operationen intensivmedizinisch zu betreuen. Dies sei auch ein ethisches Problem, da geimpfte Patienten die Folgen der Überlastung des Systems durch Ungeimpfte tragen müssten.

Intensivmediziner Lepper: "Wir bereiten uns das erste Mal jetzt auch auf eine Triage vor"
Audio [SR 3, Interview: Simin Sadeghi, 18.11.2021, Länge: 05:21 Min.]
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Vor allem Ältere in Kliniken

In den Krankenhäusern liegen derzeit vor allem ältere Corona-Patienten. Die stärkste Altersgruppe sowohl bei den normalen als auch bei den Intensivpatienten stellen die 60- bis 79-Jährigen dar. Ein gutes Drittel ist aber auch jünger als 60 Jahre. Die unter 35-Jährigen sind dagegen derzeit kaum betroffen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 18.11.2021 berichtet.

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