Das Impfzentrum im Saar Basar Einkaufszentrum  (Foto: IMAGO / BeckerBredel)

Erst-Impfungen auf niedrigstem Stand seit Monaten

  11.08.2021 | 08:25 Uhr

Im Saarland lassen sich immer weniger Menschen erstmalig gegen Covid-19 impfen. Die Zahl der Erstimpfungen ist zum ersten Mal seit Monaten unter die Marke von 10.000 pro Woche gefallen. Auch die Sonderimpfaktionen des Landes konnten keine Trendumkehr bringen.

Die Impfkampagne gegen das Coronavirus ist ins Stocken geraten, auch im Saarland. Während es im ersten Halbjahr 2021 noch zu wenig Impfstoff gab, um alle Impfwilligen zu bedienen, herrscht seit Mitte des Jahres ein Überangebot, das offenbar auf ein abnehmendes Interesse stößt. Bund und Länder haben deshalb am Dienstag Änderungen bei den Testregeln beschlossen, die darauf abzielen, die Impfquote zu erhöhen.

Denn besonders die Zahl der Erstimpfungen ist deutlich zurückgegangen. In der vergangenen Woche (KW 31) gab es laut Robert Koch-Institut im Saarland nur 8711 Erstimpfungen. Weniger als 10.000 pro Woche waren es seit mindestens Mitte April nicht mehr. Einen Höchststand erreichte die Zahl der Erstimpfung in der zweiten Juniwoche (KW 23) mit 54.550.

Corona-Impfentwicklung im Saarland

Seit Ende Juli bietet das Saarland auch Sonderaktionen mit mobilen Impfstationen in saarländischen Einkaufszentren an, für die man keinen Termin braucht. Davon haben in den ersten Wochen nach Angaben des Gesundheitsministeriums rund 5000 Menschen Gebrauch gemacht, darunter allein in der vergangenen Woche 2607. Die Aktion wurde bis Ende August verlängert, weitere Impfaktionen sind laut Ministerium geplant.

Ministerium zielt auf 75 Prozent

Das Ministerium hofft, möglichst bald eine Erstimpfquote von mindestens 75 Prozent zu erreichen. Aktuell liegt sie bei 69 Prozent (Stand 10.08.2021).

Das Maximum der zu erreichenden Erstimpfungen im Saarland liegt bei etwa 90 Prozent, denn für die etwa zehn Prozent der Bevölkerung, die jünger als zwölf Jahre sind, gibt es keinen zugelassenen Impfstoff. Hinzu kommen Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Bedingungen nicht geimpft werden können. Für Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren gibt es zwar keine generelle Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission, im Saarland haben aber dennoch bereits etwa 24 Prozent dieses Altersgruppe mindestens eine Erstimpfung erhalten.

Weil die Infektionszahl steigen, die Impfbereitschaft aber sinkt, hält der Saarbrücker Pharmazieprofessor Thorsten Lehr das Erreichen einer Herdenimmunität für unrealistisch.


Corona-Impfung
Hier gibt es spontane Impfmöglichkeiten im Saarland
Im Einkaufszentrum, dem Baumarkt oder einem mobilen Bus - im Saarland gibt es inzwischen zahlreiche Möglichkeiten sich spontan ohne Termin gegen Corona impfen zu lassen. Die Standorte im Überblick.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 11.08.2021 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja