Ein positiver Schnelltest liegt auf einem leeren Impfpass (Foto: IMAGO / Bihlmayerfotografie)

Mehr Impfdurchbrüche im Saarland

Thomas Braun   08.10.2021 | 15:18 Uhr

Im Saarland ist die Zahl der Menschen, die sich trotz Impfung mit dem Coronavirus infiziert haben, im September leicht gestiegen. Für das RKI ist diese Entwicklung nicht überraschend und hängt auch mit der hohen Impfquote zusammen.

Im Saarland haben die saarländischen Kreise und der Regionalverband rund 2900 neue Coronafälle gemeldet. Das waren etwas mehr als im August. Fast jede fünfte Neuinfektion wurde bei einer Person festgestellt, die bereits als vollständig geimpft galt. Im August war es noch jede siebte.

Regionale Unterschiede im Saarland

Zwischen den einzelnen Kreisen im Saarland gab es dabei größere Unterschiede. Im Kreis Merzig-Wadern etwa ging jeder dritte neue Coronafall auf eine bereits geimpfte Person zurück, im Kreis St. Wendel war es jede zehnte Person. In gut 70 Prozent der Fälle handelte es sich um richtige Impfdurchbrüche laut der Definition des Robert-Koch-Instituts. Das bedeutet: Die Betroffenen entwickelten auch Krankheitssymptome - meist aber nur leichte.

Deutlich mehr Impfdurchbrüche bei Älteren

Auch bundesweit ist die Zahl der Impfdurchbrüche gestiegen. Wie aus dem aktuellen Wochenbericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervorgeht, handelte es sich bei rund 28 Prozent der in den vergangenen vier Wochen neu gemeldeten Fälle wahrscheinlich um Impfdurchbrüche. Während der Anteil der Impfdurchbrüche bei den 12- bis 17-Jährigen dabei bei nur 2,3 Prozent lag, waren es bei den über 60-Jährigen mehr als 50 Prozent.

Auch in den Kliniken zeigt sich dieser Trend: Während Personen mit einer Durchbruchsinfektion im August nur etwa neun Prozent aller Covid-Intensivpatienten ausmachten, waren es in den vier Septemberwochen schon knapp 17 Prozent - wobei es auch hier deutliche Unterschiede bei den Altersgruppen gab.

Die Situation in saarländischen Kliniken

Im Saarland lässt sich diese Entwicklung - wohl auch aufgrund der insgesamt geringen Patientenzahlen - noch nicht beobachten. Während etwa in der SHG-Klinik in Völklingen auf der Normalstation derzeit auch Patienten mit einer Durchbruchsinfektion behandelt werden, handelt es sich bei den drei Covid-Intensivpatienten um ungeimpfte Personen. Ähnlich die Situation an der Uniklinik Homburg. Auch die fünf Intensivpatienten dort waren alle nicht geimpft.

Hohe Impfquote – mehr Durchbrüche

Dass es vermehrt Impfdurchbrüche gibt, kommt für das RKI nicht überraschend. Schon aus den Zulassungsstudien wusste man, dass die Vakzine zwar einen hohen Impfschutz bieten, aber keinen hundertprozentigen Schutz. Und je höher die Impfquote insgesamt ist, umso wahrscheinlicher ist dann auch, dass es zu Durchbruchsinfektionen kommt, schreibt das RKI auf seiner Internetseite. Vereinfacht gesagt: Hätten wir eine Impfquote von 100 Prozent, wäre jede neue Infektion ein Impfdurchbruch, da der Impfstoff nicht zu 100 Prozent wirksam ist.

Aufgrund der aktuellen Daten schätzt das RKI die Impfeffektivität bei den 18- bis 59-Jährigen auf 80 Prozent. Den Schutz vor Hospitalisierung gibt das RKI in dieser Altersgruppe mit 92 Prozent an, den Schutz vor einem tödlichen Verlauf mit 99 Prozent. Bei den über 60-Jährigen liegt die geschätzte Schutzquote vor einem tödlichen Verlauf bei 90 Prozent - also ein gutes Stück niedriger. Auch deshalb empfiehlt die Ständige Impfkommission für ältere Personen nun eine Auffrischungsimpfung.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja