Gesundheitsamt  (Foto: picture alliance/dpa | Marijan Murat)

Saarlouis und Neunkirchen schränken Kontaktnachverfolgung ein

  26.11.2021 | 18:00 Uhr

Die Gesundheitsämter in Saarlouis und Neunkirchen ändern ihre Vorgehensweise bei der Kontaktnachverfolgung nach positiven Corona-Tests. Grund sind die hohen Fallzahlen. Ab sofort werden nicht mehr alle Personengruppen kontaktiert.

Nachdem bereits das Gesundheitsamt des Regionalverbandes und des Saarpfalz-Kreises ihre Kontaktnachverfolgung eingeschränkt haben, folgen nun auch die Gesundheitsämter Saarlouis und Neunkirchen.

Wie der Landkreis Saarlouis mitteilte, werden aufgrund der hohen Fallzahlen nur noch Kinder und Jugendliche mit ihren Familien, Personen aus Altenpflegeeinrichtungen oder Krankenhäusern sowie Personen aus weiteren vulnerablen Gruppen direkt vom Gesundheitsamt telefonisch kontaktiert. Alle anderen werden nicht mehr direkt vom Gesundheitsamt angerufen.

Personen mit einem positiven Ergebnis werden entsprechend gebeten, ihre engen Kontakte selbst zu informieren. Nicht geimpfte Kontakte müssen sich nach Angaben des Landkreises sofort selbst in Quarantäne begeben.

Ungeimpfte müssen gemeldet werden

Die positiv getestete Person müsse zudem alle ungeimpften Kontakte mit vollständigem Namen, Adresse und Telefonnummer an das Gesundheitsamt per E-Mail an kontaktpersonen@kreis-saarlouis.de melden. Die schriftliche Quarantäneanordnung in Form eines Briefes werde zusammen mit einem Informationsschreiben des Gesundheitsamtes von der zuständigen Ortspolizeibehörde zugestellt.

Von einer Quarantäne befreit sind in der Regel vollständig Geimpfte, so der Landkreis. Sie sollten sich aber regelmäßig testen. Treten bei geimpften Personen zwischenzeitlich Erkältungsanzeichen auf, sollten diese einen PCR-Test machen und sich in Quarantäne begeben.

Vulnerable Gruppen im Fokus

Landrat Patrik Lauer begründet die neue Strategie mit den hohen Fallzahlen, der hohen Inzidenz und einer zurzeit weiterhin wachsenden vierten Welle. Mit Blick auf die momentane Gesamtsituation sei es nur folgerichtig und vor allem vernünftig, sich bei der Kontaktnachverfolgung jetzt auf die vulnerablen Personengruppen zu konzentrieren, um einer Gefährdung von Menschenleben noch effizienter begegnen zu können, so Lauer.

Neunkirchen setzt auf Priorisierung

Auch das Gesundheitsamt des Landkreises Neunkirchen kann die Kontaktnachverfolgung nicht mehr in vollem Umfang darstellen. Positiv getestete Personen würden telefonisch kontaktiert, eine weitere Fallbearbeitung der Kontaktpersonen sei jedoch nicht mehr möglich, so der Landkreis. Zukünftig obliegt es der positiv PCR-bestätigten Person selbst, ihre Kontakte zu benachrichtigen.

„Wir müssen auf das Prinzip der Priorisierung umsteigen", so Landrat Sören Meng. Es sei nötig, sich auf die Fallermittlung bei größeren Ausbruchsgeschehen in Kitas, Schulen sowie Alten-und Pflegeheimen zu konzentrieren. "Der Schutz der vulnerablen Gruppen hat Priorität", so Meng.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 26.11.2021 berichtet.

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