Ein Impfpass (pass vaccinal) ersetzt in Frankreich den bisherigen Gesundheitspass (pass sanitaire). (Foto: picture alliance / PHOTOPQR/VOIX DU NORD/MAXPPP | Thierry Thorel)

Impfpass in Frankreich ab sofort in Kraft

Axel Wagner   24.01.2022 | 20:27 Uhr

In Frankreich gilt seit Montag für alle Menschen ab 16 Jahren der Impfpass. Damit hat Präsident Macron die Einschränkungen für Ungeimpfte deutlich verschärft. In Luxemburg bringen die stark steigenden Fallzahlen unterdessen den Busverkehr in die Bredouille.

Man könnte auf den ersten Blick fast meinen, die Corona-Pandemie spiele im französischen Präsidentschaftswahlkampf keine Rolle. Präsident Emmanuel Macron führt in den Umfragen, obwohl er offiziell bislang nicht einmal für die Wahl im April kandidiert.

Corona in der Großregion

Dabei hat Macron die Zügel in Sachen Corona weiter angezogen, gibt sich als harter Pandemie-Manager. Seit Montag ist das Leben in Frankreich für Menschen ab 16 Jahren weitgehend nur noch mit Impfpass möglich. Ein negativer Coronatest reicht nicht mehr, um Zugang zu Cafés, Restaurants und Zügen zu bekommen. Nur Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren kommen noch mit einem negativen Test rein, wer jünger ist, braucht keinen Nachweis. Das Parlament hatte das Gesetz Mitte Januar verabschiedet.

Und doch macht sich die schlechte Stimmung im Land bemerkbar, die ständig wechselnden Corona-Regelungen haben das Land zermürbt. Laute Töne von Rechtsaußen bestimmen die Debatten. Die in Umfragen hinter Macron liegenden Rechtsextremisten Marine Le Pen und Éric Zemmour ziehen viel Aufmerksamkeit auf sich.

Werte auf Rekordniveau

Die Inzidenzen liegen sowohl landesweit als auch in der Region Grand Est auf Rekordniveau, bei – im Verhältnis dazu betrachtet – moderater Krankenhausauslastung. Rund 60 Prozent der Intensivbetten sind laut regionaler Gesundheitsbehörde mit Corona-Patienten belegt.

Buslinie wegen Corona-Fällen gestrichen

In Luxemburg-Stadt sind am Samstag zum ersten Mal seit Anfang Dezember die Corona-Proteste friedlich verlaufen. Vorher war es immer wieder zu Auseinandersetzungen mit den Ordnungskräften gekommen. Am Samstag zogen nun rund 250 Teilnehmer durch die Stadt.

Die Infektionszahlen, die auch im Großherzogtum derzeit nur eine Richtung kennen, bringen unterdessen das Busgewerbe in Bedrängnis. Den Betreibern des öffentlichen Busnetzwerks RGTR fehlt aufgrund der Omikron-Variante derart viel Personal, dass eine komplette Buslinie gestrichen und eine weitere stark eingeschränkt werden muss.

Mindestens 20.000 Long Covid-Fälle

Unterdessen werden in Luxemburg auch immer mehr Fälle von Langzeitfolgen einer Corona-Infektion bekannt. Das Luxembourg Institute of Health, eine öffentliche Forschungseinrichtung, geht mittlerweile davon aus, dass mindestens 20.000 bis 25.000 Menschen im Großherzogtum mit Long Covid-Symptomen zu kämpfen haben.

Die Boosterimpfungen liegen in Grand Est und Moselle bei jeweils 49,7 Prozent. In Luxemburg haben knapp 49,9 Prozent der Bevölkerung ihre dritte Impfdosis erhalten.

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