Fußgängerzone mit Menschen und einem verlorenen Mund-Nasen-Schutz im Vordergrund. (Foto: picture alliance/dpa | Frank Rumpenhorst)

Kontaktnachverfolgung teilweise eingeschränkt

mit Informationen von Thomas Gerber   12.11.2021 | 10:47 Uhr

Der starke Anstieg der Corona-Neuinfektionen führt zu einer teilweisen Überlastung der Gesundheitsämter im Saarland. In mehreren Landkreisen ist die Kontaktnachverfolgung nur noch eingeschränkt möglich.

Die hohen Corona-Fallzahlen machen derzeit insbesondere den Kreisen Merzig-Wadern und Saarlouis zu schaffen, wie aus dem Monitoringbericht der Expertengruppe des Gesundheitsministeriums hervorgeht. Die Inzidenz in Saarlouis lag am Freitag laut RKI bei 204,9, in Merzig-Wadern bei 169,1.

Kleinere Cluster und ein diffuses Geschehen

Das Gesundheitsamt Saarlouis berichtet von einem diffusen Fallgeschehen und von Neuinfektionen im familiären Umfeld. Im Kreis Merzig-Wadern sorgen mehrere Cluster für steigende Fallzahlen. In einer Diskothek haben sich demnach inzwischen zehn Personen und bei einer privaten Feier weitere sechs mit dem Virus infiziert.

Regionalverband appelliert an Eigenverantwortung

Auch das Gesundheitsamt im Regionalverband kann die Kontaktnachverfolgung nach eigenen Angaben nicht mehr zu 100 Prozent aufrecht erhalten. Man konzentriere sich auf Fälle in Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen und Pflegeheimen.

Der Regionalverband appelliert an Betroffene, eigenverantwortlich zu handeln und nach einem positiven Test seine Kontakte selbst zu informieren. Das Amt könne nicht mehr jedem hinterher telefonieren.

Aufgrund der aktuellen Entwicklung in den Landkreisen und im Regionalverband Saarbrücken kommt die Expertengruppe zu dem Ergebnis, dass die Qualität der Kontaktnachverfolgung im Vergleich zu den Vorwochen "zum Teil abgenommen" habe. Die Ausbreitung der Erkrankung könne deshalb nicht mehr vollumfänglich eingedämmt werden.

Steigende Patientenzahlen befürchtet

Die Expertengruppe verweist zudem auf die Situation in den Krankenhäusern und auf den Intensivstationen. Dort sei zwar lediglich ein moderater Anstieg zu verzeichnen. Allerdings komme der Anstieg der Infektionen erfahrungsgemäß erst sieben bis zehn Tage später in den Krankenhäusern an.

Zudem sei damit zu rechnen, dass Intensivpatienten insbesondere aus Baden-Württemberg dem Saarland zugewiesen werden könnten.

Interne Warnstufe auf Gelb

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums schaltet die interne Warnstufe von Grün auf Gelb. Man sei jetzt in Alarmbereitschaft und beobachte die aktuelle Entwicklung noch intensiver, sagte Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU).

Auswirkungen auf die aktuell gültige Corona-Verordnung des Saarlandes hat das allerdings noch nicht. Das heißt: Die bisherigen Regelungen bleiben bestehen - zumindest einmal bis zur saarländischen Ministerratssitzung und der angekündigten Ministerpräsidentenkonferenz in der kommenden Woche.

Diskussion über 2G-Regelung

Die stellvertretende Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) hat angesichts der aktuellen Situation für die Einführung einer 2G-Regelung - etwa in der Gastronomie - plädiert. Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) war hier zuletzt noch etwas zurückhaltender - kündigte diesen Schritt aber an, wenn die Belegungszahlen in den Kliniken stärker steigen sollten.

Über dieses Thema berichten die SR-Hörfunknachrichten am 12.11.2021.

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