Eine junge Frau trägt ein Fitness-Armband (Foto: dpa/Michel Winde)

Datenspende für die Corona-Forschung

David Differdange   10.04.2020 | 16:30 Uhr

Mit einer neuen App will das Robert Koch-Institut (RKI) wertvolle Daten über die Entwicklung und Ausbreitung des Corona-Virus sammeln. Bürgerinnen und Bürger können hierfür freiwillig Daten von Fitnesstrackern spenden.

Mehr als 160.000 Personen haben nach Angaben des RKI die App bereits heruntergeladen und mit ihrem Fitnessarmband oder ihrer Smartwatch verknüpft. Die Nutzer geben ihre Zustimmung zur wissenschaftlichen Datenauswertung.

Vitaldaten geben Aufschluss auf Krankheitsverlauf

Das Robert Koch-Institut hat die App gemeinsam mit einem Berliner Start-Up entwickelt. Sie sammelt Daten zur Temperatur, dem Blutdruck und der Herzfrequenz. Zusätzlich wird die Postleitzahl abgefragt. Algorithmen können aus den Daten Symptome erkennen, die bei einer Coronavirus-Infektion auftreten können.

Die "Datenspende-App" des RKI ist freiwillig. Ihre Ergebnisse könnten helfen, die Ausbreitung von Corona besser zu verstehen und die Dunkelziffer an Infizierten zu senken. "Je mehr Menschen ihre Daten für eine Auswertung zur Verfügung stellen, desto genauer werden unsere Erkenntnisse zur Verbreitung des neuartigen Coronavirus", sagt Professor Dr. Lothar Wieler, Präsident des RKI.

Europaweite App soll Mitte April kommen

Aktuell werden alle über GoogleFit und AppleHealth verbundenen Geräte sowie Fitnesstracker von Fitbit, Garmin, Polar und Withings unterstützt. Unabhängig von der RKI-App soll Mitte April eine andere App zur Corona-Bekämpfung an den Start gehen.

Das Forschungsprojekt PEPP-PT arbeitet an einer europaweiten App, die ihre Nutzer informieren soll, wenn sie Kontakt zu einer infizierten Person hatten. Hierfür sollen Bluetooth-Funksignale oder GPS-Ortungsdaten ausgewertet werden.

Über dieses Thema wurde auch in den SR-Hörfunknachrichten vom 07.04.2020 berichtet.

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