Auch in der Gastronomie kommt man sich beim servieren unweigerlich nahe. Die Infektionsgefahr wird durch Trennscheiben und Atemmasken eingedämmt. (Foto: SR/Sebastian Knöbber)

Datenschützer sehen Nutzung von Corona-Daten kritisch

  27.07.2020 | 14:56 Uhr

Das saarländische Datenschutzzentrum sieht die Verwendung der Corona-Kontaktdaten von Gastronomiegästen durch Polizei und Staatsanwaltschaft kritisch. Die Landesdatenbeauftragte Grethel sagte dem SR auf Anfrage, sie rate den Behörden dringend dazu, diese Daten nur bei der Verfolgung von Straftaten mit „erheblichem Gewicht“ zu verwenden.

Datenschützerin: "Dadurch kann das Vertrauen zerstört werden"
Audio [SR 3, Interview: Simin Sadeghi, 27.07.2020, Länge: 04:13 Min.]
Datenschützerin: "Dadurch kann das Vertrauen zerstört werden"

Grethel betonte, die Bürger vertrauten darauf, dass ihre Daten nur zur Eindämmung der Pandemie genutzt werden. Müssten sie befürchten, dass die Daten zur Verfolgung kleinerer Delikte genutzt werden, zerstöre das Vertrauen. Im schlimmsten Fall würden so falsche Angaben gemacht – das schade der Nachverfolgbarkeit von Kontaktketten.

Gastwirten rät Grethel, die Daten nur dann an die Polizei weiterzugeben, wenn eine entsprechende richterliche Genehmigung vorgelegt wird. Die saarländische Polizei darf nur in bestimmten Fällen Kontaktdaten in Strafverfahren auswerten, die Gäste wegen der Corona-Pandemie zurzeit in Gaststätten hinterlegen müssen.

Über dieses Thema wird auch in der Region am Nachmittag auf SR 3 Saarlandwelle vom 27.07.2020 berichtet.

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