Gemüsestand (Foto: dpa/Peter Kneffel)

Saar-Bauern bangen um Gemüse-Umsatz

Stefan Hauch / Online-Fassung: David Differdange   14.04.2020 | 20:00 Uhr

Durch die Corona-Epidemie steht in Deutschland auch die Gastronomie still. Für Landwirte fällt dadurch ein ganz wichtiger Abnehmer von Frischgemüse weg. Die Umsatzeinbußen bedrohen Existenzen.

Die Menschen kochen in der Corona-Krise öfter. Dabei verwenden sie jedoch weniger frisches Gemüse und Salate als die Gastronomie. Stattdessen greifen viele zu Fertiggerichten und Tiefkühlkost. Spürbar wird das zum Beispiel auf der Lisdorfer Aue – dem Gemüsegarten des Saarlandes.

Auswirkung der Coronakrise auf die Landwirtschaft
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 14.04.2020, Länge: 02:38 Min.]
Auswirkung der Coronakrise auf die Landwirtschaft

"Die Gastronomie ist zu hundert Prozent weggebrochen. Das macht sich bei uns relativ stark bemerkbar", sagt Klemens Morguet. Er rechnet mit Umsatzeinbußen von bis zu 30 Prozent. Auch in der Zentrale der Vermarktungsgemeinschaft Lisdorfer Frischgemüse läuft der Betrieb nur noch schleppend. Es fehlen zum Beispiel die Kantinen als Groß-Abnehmer. Morguet hofft, dass mit dem guten Wetter auch die Nachfrage nach frischen Produkten steigt.

Grenzschließung verschärft Umsatzrückgang

Ein weiterer Aspekt, der den Umsatz der Bauern sinken lässt, ist die Grenzschließung zu Frankreich. "Das ist für uns ein Rieseneinschnitt. Weil wir sehr viele Kunden aus Frankreich haben, die ein Gartencenter haben. Oder Gärtnereien oder auf den Wochenmarkt fahren", sagt Thomas Lonsdorfer. Er ist auf die Aufzucht von Jungpflanzen spezialisiert.

Obst und Gemüse könnte im Müll landen

Lonsdorfers Ware ist empfindlich. Tausende von jungen Pflanzen warten. Tomaten, Pfefferminze, Basilkum, Rosmarin und Paprika müssen spätestens in den kommenden drei Wochen aus dem Gewächshaus ins Freie.

"Wenn also jetzt die Grenzen länger geschlossen bleiben, werden wir wohl einen Teil der Ware vernichten müssen." Immerhin haben die Bauern in Lisdorf auch in der Corona-Krise genug Arbeitskräfte. Denn als Familienbetriebe sind sie nicht auf Saisonarbeiter angewiesen.

Über dieses Thema hat auch die Sendung "aktueller bericht" im SR Fernsehen vom 14.04.2020 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja