Polizeibeamte kontrollieren die Einhaltung von Abstandsregeln (Foto: picture alliance/Matthias Balk/dpa)

Menschenansammlungen sollen aufgelöst werden

  20.03.2020 | 12:44 Uhr

Die Diskussion um eine Ausgangssperre in Deutschland nimmt an Fahrt auf. Entscheidend werde das Verhalten der Bevölkerung an diesem Wochenende sein, sagte Saar-Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) im ARD-Morgenmagazin. Schon heute soll verstärkt dafür gesorgt werden, dass Menschenansammlungen aufgelöst werden.

Die Politik habe bereits sehr harte Maßnahmen beschlossen, sagte Hans. "Heute wird sich zeigen, ob die Menschen diese harten Maßnahmen annehmen, oder ob es tatsächlich weitergehende Maßnahmen braucht. Da werden wir auch als Politik nicht ewig appellieren können, wir müssen handeln."

Er fügte hinzu, dass bereits ab Freitag im Saarland dafür gesorgt werde, dass Menschenansammlungen aufgelöst werden. Er persönlich glaube aber, dass noch drastischere Maßnahmen nötig seien. Dafür sei aber ein bundesweit abgestimmtes Vorgehen wichtig. "Mit Blick auf andere Länder wären wir nicht gut beraten, hier einen Flickenteppich anzustreben. Deswegen muss das Ziel sein, gemeinsam voranzugehen - aber auch entschieden und entschlossen voranzugehen." Hans geht davon aus, dass es auch zu Einsätzen der Polizei komme, "um sicherzustellen, dass niemand sich in Urlaubsgefühle begibt."

Kontaktminimierung statt Frischer-Luft-Verbot

Hans betonte allerdings auch, dass es weiterhin in Ordnung sei, an die frische Luft zu gehen. Und selbst, wenn es zu weiteren Maßnahmen komme, "dann wird es immer noch möglich sein, dass eine Kassiererin zum Beispiel abends mit ihrem Kind noch an die Luft geht. Dass auch Familien raus gehen", so Hans. "Es geht ja nicht darum, dass man nicht mehr an die Natur kann. Sondern es geht darum, dass wir soziale Kontakte minimieren."

Auch der Chef des Bundeskanzleramtes, Helge Braun, sagte dem Spiegel, dass man sich das Verhalten der Bevölkerung an diesem Wochenende genau anschauen werde, um dann zu entscheiden, ob Ausgangssperren notwendig sind. "Der Samstag ist ein entscheidender Tag, den haben wir besonders im Blick", so Braun.

Weitreichende Ausgangsbeschränkungen in Bayern

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat zur Eindämmung des Coronavirus am Freitagmittag weitreichende Ausgangsbeschränkungen für den ganzen Freistaat angekündigt. Das Verlassen der eigenen Wohnung ist ab Samstag nur noch bei Vorliegen triftiger Gründe erlaubt. Dazu zählen unter anderem der Weg zur Arbeit, notwendige Einkäufe, Arzt- und Apothekenbesuche, Hilfe für andere, Besuche von Lebenspartnern, aber auch Sport und Bewegung an der frischen Luft - dies aber nur alleine oder mit den Personen, mit denen man zusammenlebt.

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 20.03.2020.

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