Die Corona-Warn-App im Display eines Smartphone zu sehen. (Foto: dpa/Micheal Kappeler)

Keine deutsche Corona-App für zehntausende Grenzgänger

  17.06.2020 | 12:58 Uhr

Nach Angaben der technischen Hotline der Corona-Warn-App der Bundesregierung haben zehntausende Grenzgänger keine Möglichkeit, die App herunterzuladen. Es handle sich dabei um ein technisches Problem, das vornehmlich bei Android-Geräten auftrete.

Der App-Dienst "Google Play" teilt jedem Nutzer ein Land zu, welches nur einmal im Jahr geändert werden kann - unabhängig davon, in welchem Land das Handy gekauft wurde oder welcher Anbieter gewählt wurde. Entspricht das in "Google Play" eingestellte Land nicht dem Ursprungsland der App, kann sie nicht heruntergeladen und genutzt werden.

Nach Angaben der Hotline der Corona-Warn-App betrifft dieses Problem Nutzer in sämtlichen Grenzregionen Deutschlands. Der Dienst "Google Play" verweist am Telefon mittels automatischer Ansage darauf, dass aufgrund der Coronapandemie momentan keine Auskünfte vom technischen Support gegeben werden können.

Kuhn-Theis: Nationale Corona-Apps sollen kompatibel sein

Unterdessen fordert die saarländische CDU-Politikerin Helma Kuhn-Theis, dass die unterschiedlichen nationalen Corona-Apps kompatibel sein sollten. Dies sei wichtig, um Infektionsketten grenzüberschreitend nachvollziehen und die Pandemie bekämpfen zu können. Vor allem in Grenzregionen sei das ein Thema: "In keiner Region Europas gibt es so viele Grenzpendler wie in unserer Großregion", sagte Kuhn-Theis.

Sie sieht die Regierungen auch mit Blick auf die bevorstehende Ferienzeit in der Pflicht, "sich dieses Themas umgehend zu widmen". Hierbei gelte es, technische Hürden bei Wahrung höchster datenschutzrechtlicher Standards zu überwinden.

6,5 Millionen Downloads in 24 Stunden

Die neue Corona-Warn-App der Bundesregierung ist am Dienstag offiziell vorgestellt worden. Innerhalb von rund 24 Stunden ist sie bereits 6,5 Millionen Mal heruntergeladen worden. Das gab SAP-Chef Christian Klein, dessen Firma an der Entwicklung beteiligt war, am Mittwoch bekannt.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja