Saarbrückens Oberbürgermeister Uwe Conradt (CDU) (Foto: SR/Rick Reitler)

Saarbrücker OB setzt auf Zusammenarbeit

Diana Kühner-Mert / Onlinefassung: Axel Wagner   10.01.2020 | 17:39 Uhr

Der Amtsantritt hätte besser laufen können – nach seinem überraschenden Wahlsieg startete der neue Saarbrücker Oberbürgermeister Uwe Conradt im Oktober, als erster CDU-Rathauschef nach über 40 Jahren – begleitet von einem öffentlich ausgetragenen Streit mit seinem Stellvertreter über die dazu gehörige Feier.

Insgesamt sei er sehr gut aufgenommen worden in der Verwaltung, betont Uwe Conradt nach 100 Tagen als OB. Dabei gibt es Ideen, von denen er zumindest vorerst Abschied nehmen musste. Eigentlich wollte Uwe Conradt ein Wasserstoffauto als Dienstwagen – allein: Die Tankstelle fehlt, denn das Genehmigungsverfahren zieht sich.

Lange Liste

Uwe Conradt: Bilanz nach 100 Tagen im Amt
Audio [SR 3, Simin Sadeghi, 10.01.2020, Länge: 03:12 Min.]
Uwe Conradt: Bilanz nach 100 Tagen im Amt

Und dennoch: „Ich bin nicht ernüchtert, sondern ich bin hochmotiviert, die Dinge anzugehen.“ Das muss er auch, denn die Liste der Baustellen ist lang: Ludwigspark, neue Messe , ÖPNV und Radverkehr, Probleme bei der Feuerwehr. Immerhin: Beim 100-Millionen-Euro-Projekt Messe haben Stadt und Land sich über die Finanzierung geeinigt.

Die Zusammenarbeit war in der Vergangenheit oft schwierig – das scheint sich deutlich verbessert zu haben. „Letztlich wissen Stadt und Land, dass wir mit Blick auf das Thema Wirtschaftskraft, Arbeitsplätze, Kultur, Bildung ganz viele Fragestellungen haben, da klappt es nur dann gut, wenn wir gemeinsam arbeiten.“ Als jüngstes Beispiel verweist Conradt auf die Internationale Schule, zu der noch viele Fragen offen sind. Auch dort will er mit dem Land zusammenarbeiten. „Ich bin dazu bereit, vollumfänglich meine Kraft da rein zu geben.“

Projekt mit hohen Risiken

Das ist auch beim geplanten Messezentrum unabdingbar, denn das Projekt birgt hohe Risiken. Bis 2026 muss alles fertig sein, dabei ist noch nicht mal klar, wann es überhaupt losgeht.

Und Uwe Conradt will mehr, nämlich einen Ersatzneubau für die marode Saarlandhalle. Die ist nur noch für 4500 Gäste zugelassen und zudem wohl nicht mehr sanierungsfähig. Deshalb sei es ihm wichtig gewesen, so Conradt, mit dem Land über eine anschlusslose Nachfolgelösung für die Halle verhandelt zu haben. „Deshalb wollen wir im ersten Halbjahr dieses Jahres die Frage geklärt haben, wo wir in Saarbrücken eine Halle bauen können. Das wollen wir partnerschaftlich mit dem Land machen.“

Opposition vermisst eigene Impulse

Die Opposition vermisst eigene Impulse, etwa beim Wohnungsbau. Conradt versuche zu glänzen mit Projekten, die er geerbt hat. Eins davon ist der Ludwigspark. Die Baustelle ist laut Conradt nach wie vor kritisch. Doch es sei gelungen, alle Beteiligten wieder zu motivieren. Überhaupt betont Conradt offene Kommunikation und mehr Beteiligung als das wirklich Neue seiner Amtszeit. „Die Bürgerinnen und Bürger sind die Stadt. Und die Stadtverwaltung unterstützt die Bürger bei der Realisierung ihrer Anliegen.

Zuhören, einbinden, sich bekannt machen – ein nachvollziehbares Programm für einen, der neu ist. Messen lassen muss Conradt sich an dem, was er entscheidet, umsetzt, voranbringt. Nicht nach hundert Tagen, aber ob der dringlichen Aufgaben doch sehr bald.

Über dieses Thema berichtet auch der „aktuelle bericht“ am 10.01.2020 um 19.20 Uhr im SR Fernsehen.

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