Ulrich Commerçon (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Commerçon wirbt für mehr Lehrerentlastung

epd   15.08.2018 | 10:05 Uhr

Der saarländische Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD) hat sich für eine stärkere Entlastung von Lehrern ausgesprochen. Es gehe nicht um die Zahl der Wochenstunden, sondern darum, wie diese Wochenstunden eingesetzt werden, sagte er am Dienstagabend in Saarbrücken.

Lehrer müssten sich etwa stärker auf den Unterricht konzentrieren können, erklärte der Minister beim Diakoniegespräch der Diakoniestiftung an der Saar. „Lehrer sind keine Sozialarbeiter. Und sie sollten es in meinen Augen auch nicht sein. Lehrer brauchen Sozialarbeiter in Schulen, um ihre Arbeit besser machen zu können“, so Commerçon.

Um die Bildungschancen von Kindern zu verbessern, brauche es aber mehr als die Schulen. „Wenn jedes dritte Kind in unserem Land von Armutsrisiken bedroht ist, ist das ein gesellschaftlicher Skandal“, sagte der Bildungsminister. Eltern bräuchten beispielsweise ausreichend bezahlte Jobs. Bildungseinrichtungen müssten wiederum für Eltern finanzierbar sein. Zurzeit seien die sehr hohen Beiträge in frühkindlichen Einrichtungen eine große Hürde für Alleinerziehende und Familien mit niedrigem Einkommen, erklärte Commerçon.

Handlungsbedarf bei frühkindlicher Bildung

„Wir müssen dafür sorgen, dass die frühkindliche Bildung möglichst beitragsfrei und möglichst kostenfrei für alle ermöglicht wird“, unterstrich der SPD-Politiker. „Da haben wir noch einiges vor uns.“ Dies müsse ein Schwerpunkt der nächsten Jahre sein, denn das könne helfen, aus der Armutsfalle herauszukommen.

Commerçon betonte, dass sich die Bildungschancen im Saarland im bundesweiten Vergleich am stärksten verbessert hätten. Allerdings halte er nicht viel von diesen Ländervergleichen. „Nur weil man relativ zu den anderen gut dasteht, heißt das noch nicht, dass man absolut gut dasteht“, betonte er. „Man muss auch das beobachten, was nicht unmittelbar immer mit Zahlen, Daten und Fakten messbar ist.“

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 15.08.2018 berichtet.

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