Flughafen Saarbrücken (Foto: picture alliance / Oliver Dietze/dpa)

Flughafen Saarbrücken im Mittelfeld

Axel Wagner   18.07.2019 | 14:56 Uhr

Im „Flughafencheck“ der Pilotenvereinigung Cockpit landet Saarbrücken im Mittelfeld – bei insgesamt guten Noten für die deutschen Flughäfen. Was die Piloten an Ensheim kritisieren, ließe sich jedoch nur mit großem Aufwand verbessern.

Für ihren „Check“ haben die Mitglieder der Vereinigung den deutschen Flughäfen Schulnoten gegeben. Mit einer Gesamtbewertung von 2,5 rangiert Ensheim auf Augenhöhe mit dem Flughafen Hannover-Langenhagen und nur knapp hinter Rostock/Laage (2,4) und Deutschlands größtem Drehkreuz Frankfurt (2,3).

Video [aktueller bericht, 18.07.2019, ab Min. 16:16]
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Schwieriger Anflug bei Nebel

Vor allem kritisieren die Piloten, dass der Saarbrücker Flughafen über kein spezielles Nebelanflugverfahren verfügt, anders als die großen Verkehrsflughäfen. So sei bei tiefem Nebel nicht möglich, sagt Benjamin Bringewat, stellvertretender Leiter der Arbeitsgruppe Airport & Ground Environment bei Cockpit.

Ein solches Nebelanflugsystem sei allerdings nur mit großem Aufwand umsetzbar, so Ludwin Vogel, Pressesprecher des Flughafens. Denn das würde eine Verlängerung der Landebahn nötig machen, und da müsse man die Kosten-Nutzen-Relation im Blick behalten. Insgesamt bleibe Ensheim im Ranking konstant und habe sich sogar um 0,3 Punkte verbessert.

Ein weiterer Kritikpunkt von Cockpit ist die Beleuchtung für die Piloten im Anflug. Bei anderen Flughäfen seien schon bis zu 900 Meter vor der Landebahn Lichter aufgestellt, so Bringewart. In Saarbrücken sei das aber topographisch nicht möglich.

Lob für EMAS-System

Lob gibt es von der Pilotenvereinigung für das neue Sicherheitssystem EMAS, das allerdings erst nach der Bewertung für den „Flughafencheck“ eingebaut wurde und dort deshalb noch nicht berücksichtigt ist. Die kürzlich eingeführte Fernüberwachung des Flughafenbetriebs aus Leipzig sieht Bringewart zwar nicht unbedingt positiv. „Es ist schöner, wenn man weiß, dass jemand da ist.“ Die Voraussetzungen für eine gute Betreuung der Piloten und Flüge seien aber auch jetzt immer noch gegeben.

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