Kramp-Karrenbauer kommt zum CDU Parteitag (Foto: picture alliance/Kay Nietfeld/dpa)

Kommentar: Perfekt orchestrierte Performance

Uli Hauck   08.12.2018 | 10:19 Uhr

Der knappe Erfolg von Annegret Kramp-Karrenbauer ist durchaus verdient. Denn sie hat es geschafft, ihren Beliebtheitbonus in den letzten Wochen kontinuierlich auszubauen. Hinzu kam dann ihre perfekt orchestrierte Performance auf dem Parteitag.

Uli Hauck (Foto: Pasquale D'Angiolillo)
Uli Hauck

Kramp-Karrenbauers Rede war nicht sehr tief gehend. Aber sie war kämpferisch, nah an der Basis und klar durchstrukturiert. Sie wusste, sie muss nicht ihre Anhänger, die sie sowieso wählen, überzeugen. Stattdessen hat sie mit ihrer Rede versucht einen klar wirtschaftspolitischen Schwerpunkt zu setzen. Um damit den Wirtschaftsflügel zu überzeugen, der sie eigentlich nicht wählen wollte. Bei diesem thematischen Schwenks hat Kramp-Karrenbauer aber nie ihren Stil verändert. Sie ist sich in den letzten Wahlkampf-Wochen treu geblieben.

Ihr Führungs- und Kommunikationsstil wirkt schlicht moderner, die bevormundende Besserwisser-Argumentation von Friedrich Merz erscheint dagegen aus der Zeit gefallen. Die Alt-Männer-Kumpanei von Wolfgang Schäuble im Vorfeld des Parteitags tat ihr Übriges. Kramp-Karrenbauers Sieg war keinesfalls ein Zufall. Sie hat sich keine Fehler erlaubt, sie hat allen Parteiflügeln ein Angebot zur Mitarbeit gemacht. Der verdiente Lohn ist der CDU-Vorsitz.

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