Kristina Dunz und Eva Quadbeck - Ich kann, ich will und ich werde, Annegret Kramp-Karrenbauer, die CDU und die Macht (Foto: Propyläen Verlag)

Kramp-Karrenbauer wäre "gute Alternative" zu Merkel

dpa   07.10.2018 | 09:51 Uhr

Führende CDU-Politiker halten die frühere saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer für eine geeignete Nachfolgerin von Kanzlerin Angela Merkel. In ihrer Biografie, die diese Woche erscheint, sprechen ihr unter anderem der hessische Regierungschef Volker Bouffier und Schleswig-Holsteins Ministerpräsident, Daniel Günther, die nötige Kompetenz dafür zu.

Am 12. Oktober erscheint unter dem Titel "Ich kann, ich will und ich werde" eine Biografie über Annegret Kramp-Karrenbauer. Geschrieben wurde sie von den Journalistinnen Kristina Dunz und Eva Quadbeck. Die beiden interviewten dafür neben Kramp-Karrenbauer auch langjährige politische Weggefährten und Widersacher.

Bouffier: "Sie ist eine gute Alternative"

Interview: "Sie ist jemand, der das gegebene Wort sehr wichtig ist"
Audio [SR 3, Interview: Siegfried Lambert/Eva Quadbeck, 09.10.2018, Länge: 03:51 Min.]
Interview: "Sie ist jemand, der das gegebene Wort sehr wichtig ist"
Eva Quadbeck leitet in Berlin das Hauptstadtbüro der Rheinischen Post, und sie ist eine der beiden Autorinnen des Buches, das jetzt über Annegret Kramp-Karrenbauer erschienen ist. Titel: "Ich kann, ich will und ich werde" - ein Zitat aus der Rede, die Kramp-Karrenbauer auf dem CDU Parteitag gehalten hat. Wie sie die bisherige Arbeit von Kramp-Karrenbauer einschätzt, darüber spricht sie im SR 3-Interview.

So sagt der hessische Regierungschef Volker Bouffier (CDU) in der Biografie, Kramp-Karrenbauer habe wie Merkel den eisernen Machtwillen, den es brauche, um Kanzlerin zu werden. "Natürlich kann sie Kanzlerin. Ich traue ihr das zu." Bouffier argumentiert, die 56-jährige Kramp-Karrenbauer sei "für den Fall der Fälle eine sehr gute Alternative" zu Merkel. Über Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), dem auch Ambitionen auf das Kanzleramt nachgesagt werden, sagt Bouffier, dieser sei "eine sehr interessante Persönlichkeit". Aber Spahn "verfügt sicher zurzeit noch nicht über diese breite Akzeptanz" wie Kramp-Karrenbauer.

Nach den Worten von Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hatte Kramp-Karrenbauer im Sommer großen Anteil daran, dass die Unionsgemeinschaft und die Regierung im Streit über Zurückweisungen von Migranten an der Grenze nicht auseinandergebrochen seien. "Kramp-Karrenbauer hat sehr stark nach innen kommuniziert, die Partei mitgenommen und transparent agiert. Das war enorm stabilisierend. Sie hat das brillant gemacht."

Politikwissenschaftler: "Kramp-Karrenbauer ist Merkel 3.0"

Anders sieht das hingegen der Politikwissenschaftler Wolfgang Merkel. Der Direktor der Abteilung "Demokratie und Demokratisierung" am Wissenschaftszentrum Berlin sagte der Deutschen Presseagentur (dpa): "Sollte Merkel nicht mehr durchhalten, dann hätte die Union ein Riesenproblem". Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer "wäre Merkel 3.0". Ihr Handicap sei zudem, dass sie auf bundespolitischer Ebene noch nicht genügend Verdienste vorweisen könne.


Kristina Dunz und Eva Quadbeck - Ich kann, ich will und ich werde, Annegret Kramp-Karrenbauer, die CDU und die Macht (Foto: Propyläen Verlag)

Ich kann, ich will und ich werde: Annegret Kramp-Karrenbauer, die CDU und die Macht
Gebundenes Buch – 12. Oktober 2018
von Kristina Dunz und Eva Quadbeck
Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: Propyläen Verlag;
Preis: 22 Euro

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