Zweiter Meiler Cattenom (Foto: SR/Lisa Huth)

Tressel fordert Zeitplan für Cattenom-Abschaltung

Axel Wagner   23.02.2020 | 13:04 Uhr

Nach der Abschaltung des ersten Reaktors im französischen Atomkraftwerk Fessenheim fordert der Grünen-Landeschef Markus Tressel von der Bundesregierung einen neuen Anlauf in Sachen Cattenom. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und Außenminister Heiko Maas (SPD) sollten zügig „ernsthafte Verhandlungen“ aufnehmen.

Am Samstag war in Fessenheim nach 43 Jahren der erste von zwei Reaktoren abgeschaltet worden, der zweite soll im Juni folgen. Was dort gehe, so Tressel, sei auch in Cattenom möglich, wenn Politik und Zivilgesellschaft mit Nachdruck kämpften. „Wir müssen jetzt weiter alles unternehmen, damit auch Cattenom so schnell wie möglich vom Netz geht. Die Pannenreaktoren sind eine andauernde Gefahr für das ganze Saarland.“

Keine Pläne für Abschaltung

Dem Grünen-Landeschef schweben dabei bilaterale Verhandlungen vor. Ähnlich wie Luxemburg könne Deutschland Frankreich beim Rückbau Unterstützung zusichern und das Gelände gemeinsam für eine industrielle Nachnutzung aufbereiten.

Frankreich plant derzeit, das AKW Cattenom bis mindestens 2035 am Netz zu lassen. Während das Großherzogtum Luxemburg sich in einem Protestbrief an die französische Behörde für nukleare Sicherheit Mitte November vergangenen Jahres klar für eine schnelle Abschaltung ausgesprochen hatte, zögert die Bundesregierung, dazu Stellung zu beziehen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 23.02.2020 berichtet.

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