Chemieplattform Carling (Foto: SR Fernsehen)

Neue Säurenproduktion in Carling geplant

  29.06.2020 | 18:53 Uhr

Das französische Biotec-Unternehmen Afyren Neoxy will auf der Chemieplattform in Carling ab 2021 Carbonsäuren herstellen. Ein entsprechender Antrag für eine Produktionsstätte ist nach Angaben des saarländischen Umweltministeriums bei den französischen Behörden eingegangen.

Das Anhörungsverfahren (enquête publique) soll nach Angaben des Ministeriums am Dienstag beginnen und bis zum 3. August laufen. Umweltminister Reinhold Jost (SPD) ruft die betroffene Kommune Völklingen sowie alle interessierte Bürger dazu auf, sich an dem Verfahren zu beteiligen und sich zu informieren.

Nebenprodukte der Lebensmittelindustrie

Die Carbonsäuren will Afyren Neoxy aus Nebenprodukten der Lebensmittelindustrie, aus Melasse, Vinasse und Zuckerrübenpulpe herstellen. Die Säuren werden in Kosmetika, als Futter- und Nahrungsmittelzusatzstoffe, in der Landwirtschaft, der Pharmabranche und der Chemieindustrie verwendet. Das Werk soll eine Produktionskapazität von etwa 18.000 Tonnen pro Jahr besitzen und 50 bis 60 Mitarbeiter beschäftigen.

Afyren Neoxy, ein Zusammenschluss des Biotechnologie-Spezialisten Afyren SAS aus Saint-Beauzire und des Investmentfonds BPI France, will rund 60 Millionen Euro in die neue Anlage investieren. Eigentümer der Chemieplattform in Carling ist die Firma Total Petrochemicals de France (TPF).

Afyren Neoxy hatte nach Ministeriumsangaben schon im Vorfeld Kontakt zum Umweltministerium aufgenommen und das Projekt Mitte Mai vorgestellt. Außerdem wurden auch der Landtag und die Carling-Kontrollkommission (commission de suivi de site) informiert. Dort sind neben dem Umweltministerium auch die Stadt Völklingen, die Gemeinde Großrosseln, die beteiligten Unternehmen und die französischen Behörden und Anrainergemeinden vertreten.  

Stellungnahmen per E-Mail möglich

Die Unterlagen zu dem Projekt sind in deutscher und französischer Sprache auf der Portalseite des Verbundes Umweltverträglichkeitsprüfungen (UVP) zu finden. Das Portal wird von allen deutschen Bundesländern mit Ausnahme Niedersachsens betrieben.

Stellungnahmen zu dem Vorhaben können auch per E-Mail in deutscher Sprache direkt an die E-Mail-Adresse afyren-neoxy-carling-saint-avold@enquetepublique.net geschickt werden.

Umweltminister Jost kündigte an, dass auch die saarländischen Fachbehörden die zu erwartenden Auswirkungen des Projekts auf das Saarland prüfen. „Dabei wird insbesondere ein Augenmerk auf die Maßnahmen der Firma zur Geruchsvermeidung gelegt.“ Störfälle auf der Plattform und die Geruchsbelästigung sorgen immer wieder für Kritik. Im November hatten sich die deutschen und französischen Behörden daher auf Verbesserungen beim Informationsaustausch verständigt.

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