Eine aus der Ukraine geflüchtete Frau sitzt am 08.03.2022 in einer Notunterkunft, eingerichtet in einer Schulsporthalle in Polen, auf einem Feldbett und hält sich die Hände vors Gesicht. (Foto: picture alliance/dpa/AP | Markus Schreiber)

Busunternehmer starten Ukraine-Hilfsaktionen

  13.03.2022 | 14:03 Uhr

Viele Hilfsorganisationen engagieren sich für die Ukraine und für die Flüchtlinge von dort. Auch saarländische Busunternehmen packen auf eigene Faust Hilfsgüter und fahren an die polnisch-ukrainische Grenze.

„Wir haben wie alle verfolgt, was in der Ukraine und der Grenzregion dort abgeht“, erzählt Stefan Lay, selbstständiger Busunternehmer aus Püttlingen, im SR-Interview. Und genau wie zahlreiche andere Busunternehmer, auch aus dem Saarland, wollte er helfen. „Es gab dann einen Kontakt zum Spohns Haus in Gersheim, die schon reichlich Spenden gesammelt hatten und die das Problem hatten: Wie kriegen wir die dahin?“

200 Leute in einer Turnhalle

Für Lay hatte die Hilfsaktion aber noch ein anderes Ziel: Flüchtlinge von der polnisch-ukrainischen Grenze mit ins Saarland zu bringen. Denn dort herrschen dramatische Zustände. Lay schildert die Situation in einer Turnhalle, in der 200 Leute gemeinsam übernachteten – Erwachsene, darunter auch alte Menschen, und Kinder. „Das ist nicht wirklich menschenwürdig. Und das wird ja immer schlimmer, weil die Kapazitäten ja irgendwann auch überlaufen werden. Die Flucht geht ja weiter.“

Busunternehmen transportieren Hilfsgüter für Ukraine
Audio [SR 3, (c) SR, 13.03.2022, Länge: 03:29 Min.]
Busunternehmen transportieren Hilfsgüter für Ukraine

Lay ist mit nur einem Bus hingefahren. Denn er war sich nicht sicher, ob überhaupt jemand mit zurück ins Saarland kommen wollte und wie er mit diesen Menschen in Kontakt kommen könnte. Andere Busunternehmer, die hingefahren waren, hatten ihm berichtet, dass keiner mitfahren wollte. „Die wollen alle in der Nähe der ukrainischen Grenze bleiben, weil sie die Hoffnung haben, dass der Krieg bald aus ist und sie dann schnell wieder zurückkommen.“

„Das war schon eine emotionale Geschichte“

Hilfe bekam Lay dann vor Ort von einer polnischen Deutsch-Lehrerin. Die habe den verunsicherten Flüchtlingen dann erklärt, dass das Saarland zwar weit weg sei, dass sie aber dort in Wohnungen untergebracht würden. Das hatte Lay zuvor schon mit der Gemeinde Riegelsberg vereinbart, denn eine Unterbringung in Sammelunterkünften wollte er vermeiden.

„Wir haben jetzt insgesamt 34 Leute dort abgeholt“, sagt Ley. Nur ein einziger Mann sei darunter gewesen, ein 87-Jähriger, der mit seiner 86 Jahre alten Frau, der Tochter und dem Enkel mitfuhr. „Alles andere waren Familien, also Frauen mit Kindern im Alter von einem dreiviertel Jahr bis 17 Jahren.“

Bei der Ankunft im Saarland legte der Bus zunächst einen Stopp in der Landeshauptstadt ein. „Als wir in Saarbrücken ankamen und die Kinder bei schönem Wetter erst einmal auf den Spielplatz gelassen haben, da haben die zum ersten Mal nochmal lachen können“, sagt Lay. „Das war schon eine emotionale Geschichte.“

Wie Sie helfen können

Angriff auf die Ukraine
Wie Menschen im Saarland den Kriegsflüchtlingen helfen können
Das Saarland bereitet sich auf die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine vor. Über eine spezielle E-Mail-Adresse werden Hilfsangebote und Fragen zur Einreise koordiniert. Mehrere Hilfsorganisationen haben Spendenkonten eingerichtet.

Über dieses Thema hat auch die SR3 Region am Sonntag vom 13.03.2022 berichtet.

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