Eine S-Bahn der Deutschen Bahn fährt an einem Bahnübergang mit einer roten Ampel vorbei. (Foto: picture alliance/dpa | Julian Stratenschulte)

Züge fallen wegen Lokführerstreik aus

  10.08.2021 | 19:11 Uhr

Bei der Bahn hat ein bundesweiter Streik begonnen. Die Lokführergewerkschaft GDL hatte ihre Mitglieder dazu aufgerufen. Der Streik im Personen- und Güterverkehr soll bis Freitagnacht dauern. Auch saarländische Verbindungen sind betroffen.

Als Erstes bestreikt die Lokführergewerkschaft GDL den Güterverkehr. Ab 2.00 Uhr in der Nacht zu Mittwoch soll dann auch der Personenverkehr still stehen. Geplant sei ein bundesweiter 48-stündiger Streik, sagte GDL-Chef Claus Weselsky am Dienstag.

Ersatzfahrpläne für Bahn, Saarbahn nicht betroffen

Die Bahn bietet einen Ersatzfahrplan für den Streik. Demnach soll der Fernverkehr nur noch mit 25 Prozent Kapazität betrieben werden. Im Saarland ist beispielsweise die Verbindung nach Berlin am Mittwoch betroffen.

Auch im Nahverkehr rechnet die Bahn mit Einschränkungen, sie hat deshalb für den Regional- und S-Bahnverkehr ebenfalls Ersatzfahrpläne erstellt. Die Bahn rät allen dazu, ihre Reise wenn möglich zu verschieben, wenn sie nicht zwingend fahren müssten. Die Saarbahn ist nach Unternehmensangaben von den Streiks nicht betroffen.

3,2 Prozent mehr Lohn gefordert

Zuvor hatten in einer Urabstimmung 95 Prozent der teilnehmenden Gewerkschaftsmitglieder für einen Arbeitskampf gestimmt. Damit sei die notwendige Zustimmung von 75 Prozent weit übertroffen worden, so Weselsky. Rund 70 Prozent der Mitglieder hatten sich nach seinen Angaben an der Urabstimmung beteiligt.

Die Gewerkschaft GDL fordert für die Beschäftigten eine Einkommenssteigerung um 3,2 Prozent in zwei Schritten bei einer Laufzeit von 28 Monaten. Zum 1. April 2021 sollen die Löhne damit um 1,4 Prozent, mindestens aber 50 Euro steigen. Eine weitere Erhöhung von 1,8 Prozent soll es ab 1. April 2022 geben.

Außerdem spricht sich die Gewerkschaft für eine Corona-Beihilfe von 600 Euro für das Jahr 2021 sowie den Erhalt der betrieblichen Altersversorgung aus.

Bahn will längere Laufzeit

Die Bahn stimmt einer Einkommenserhöhung um 3,2 Prozent zwar zu, möchte den Tarifvertrag allerdings aufgrund der Milliardenverluste durch die Pandemie und wegen der großen Flutschäden länger laufen lassen.

Beim letzten GDL-Streik in den Jahren 2014 und 2015 hatten die Lokführer ihre Arbeit in acht sich steigernden Wellen niedergelegt und weite Teile des Streckennetzes lahmgelegt. Die Bahn hatte damals einen Notfahrplan erstellt, um zumindest etwas Betrieb aufrechtzuerhalten.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 10.08.2021 berichtet.

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