Kleine Flaschen und Spritzen mit dem Wirkstoff für eine Corona-Schutzimpfung stehen bereit (Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Patrick Pleul)

Bund und Länder beraten über Impfstrategie

  01.02.2021 | 10:26 Uhr

Als Reaktion auf die Probleme bei den Corona-Impfungen berät sich Bundeskanzlerin Merkel heute mit den Ministerpräsidenten der Länder. An der Videokonferenz nehmen auch Vertreter der Impfstoff-Hersteller und der EU-Kommission teil. Die SPD im Saarland fordert eine Änderung der Impfstrategie.

Am Nachmittag beraten Bund und Länder über die Impfkampagne und das weitere Vorgehen. Dabei werden wohl hauptsächlich Fragen der Logistik, der Verteilungsgerechtigkeit und der Verlässlichkeit bei Lieferzusagen im Mittelpunkt stehen.

Am Wochenende hatten mehrere Länder-Regierungschefs einen Fahrplan für die kommenden Wochen und Klarheit über die Impfstoff-Lieferungen gefordert. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hingegen warnte vor übertriebenen Erwartungen an den heutigen Gipfel. Er rechne nicht mit konkreten Beschlüssen, sagte der CDU-Politiker. Wichtig sei, dass man zunächst ein einheitliches Bild bekomme, wo die Schwierigkeiten lägen und wie die Politik helfen könne.

Saar SPD will Veränderungen in Impfstrategie

Die SPD-Landtagsfraktion hat vor dem Gipfel vom CDU-geführten Sozialministerium eine Veränderung in der Impfstrategie des Saarlandes gefordert. Der gesundheitspolitische Sprecher Magnus Jung erklärte, von den eintreffenden Impfdosen sollten mehr direkt verimpft werden und weniger für die strategische Reserve für die zweite Impfung zurückgehalten werden. Auf diese Art könnten schneller mehr Menschen geimpft werden. Jung stützt sich dabei auf Medienberichte, wonach im Saarland nur 54 Prozent der im Land vorhandenen Impfdosen verimpft werden. In anderen Bundesländern sei die Quote wesentlich höher.

"Am Ende geht es um eine vernünftige Abwägung zwischen einem schnellstmöglichen Schutz der Risikogruppen und der Gefahr, schlimmstenfalls Termine verschieben zu müssen." Ein stärkerer Rückgriff auf die bestehenden Reserven scheine "ethisch verantwortbar", so Jung.

Rund 50.000 Menschen auf Warteliste im Saarland

Im Saarland sind bis Sonntagabend laut Gesundheitsministerium insgesamt 30.432 Impfungen durchgeführt worden, darunter 8855 Zweitimpfungen. Zudem haben sich den Angaben zufolge über 50.000 Personen auf der Warteliste für die Impfungen registrieren lassen. Vergangene Woche wurden für 2500 Wartelistenkandiaten Impftermine vergeben.

Über dieses Thema berichten auch die SR-Hörfunknachrichten vom 01.02.2021.

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Beim Impfgipfel am 1. Februar werden wohl hauptsächlich Fragen der Logistik, der Verteilungsgerechtigkeit und der Verlässlichkeit bei Lieferzusagen im Mittelpunkt stehen. Am Rande aber werde wohl auch schon der Wahlkampf eine Rolle spielen, prognostiziert Hauptstadt-Korrespondent Alfred Schmit im Gespräch mit SR-Moderator Jochen Marmit.

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