Schülerinnen und Schüler sitzen im Unterricht (Foto: picture alliance/dpa | Philipp von Ditfurth)

Bundesschülerkonferenz beschließt Aktionsplan

Denise Friemann   14.03.2022 | 19:38 Uhr

Vier Tage lang haben die Mitglieder der Bundesschülerkonferenz im saarländischen Bildungsministerium über die Situation der Schülerinnen und Schüler in Deutschland beraten. Mit dabei waren unter anderem die saarländische Bildungsministerin Streichert-Clivot (SPD) und die Bundesbildungsministerin Stark-Watzinger (FDP). Zentraler Aspekt war die Gesundheit an Schulen in Deutschland.

An jeder Schule sollte es mindestens einen Schulpsychologen oder eine Schulpsychologin geben. Da sind sich die saarländische Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) und die Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) einig.

Video [aktueller bericht, 13.03.2022, Länge: 3:24 Min.]
Thema „Gesundheit“ beim Bundeskongress der Schülervertretungen

Am Samstagabend diskutierten sie im Rahmen der Bundesschülerkonferenz mit den Mitgliedern über die psychische Gesundheit von Schulkindern in Deutschland.

Schüler fordern 100 Mio. Euro für Ernährung

Der Grundtenor bei der Bundesschülerkonferenz war deutlich: Auf die körperliche und psychische Gesundheit von Schülerinnen und Schülern wird zu wenig geachtet. Deshalb habe sich die Bundesschülerkonferenz ganz bewusst für dieses Thema eingesetzt, so Generalsekretärin Katharina Swinka. Die Forderungen der Bundesschülerkonferenz sind teils durchaus weitreichend.

Die Bundesschülerkonferenz fordert zum Beispiel 100 Millionen Euro von der Bundesregierung für die gesunde Ernährung an Schulen. Zum einen für die Möglichkeit der Aufklärung, um Fehlernährung zu vermeiden, zum anderen dafür, dass Schüler lernen, zu kochen. Denn das gehe oftmals leider unter, so Swinka.

Sportunterricht an Schulen

In dem Aktionsplan der Bundesschülerkonferenz wird außerdem auf den Sportunterricht an Schulen eingegangen. Der soll in Zukunft auch mehr auf die individuellen Stärken der Schülerinnen und Schüler eingehen. Im Schulsport gehe es heute häufig um Leistung sowie um Leistungsdruck und um Wettkampf, so die Generalsekretärin.

„Das entspricht aber nicht mehr einem modernen Sportunterricht, wie er sein sollte, damit Schülerinnen und Schüler auch Sport lieben lernen und dazu motiviert werden, Sport auch außerhalb der Schulzeit zu machen." Denn das sei eigentlich der Sinn von Schulsport, zumindest aus Sicht der Schüler.

In Bezug auf Leistungsdruck fordert die Bundesschülerkonferenz generell, dass das Notensystem auch die individuelle Entwicklung der Schülerinnen und Schüler berücksichtigt und sie im Unterricht lernen, wie man mit Stress umgehen und ihn vermeiden kann.

Erste-Hilfe-Kurse an Schulen

Ein weiterer Antrag beschäftigt sich mit Erste-Hilfe-Kursen. Die sollen schon ab der ersten Klasse verpflichtend sein. Die Inhalte sollten an die jeweiligen Jahrgangsstufen angepasst werden, so Landesschülervertreter Lennart-Elias Seimetz. „Erste Hilfe ist ein wichtiges Thema für Schülerinnen und Schüler und sollte regelmäßig auch behandelt werden.“ Das Ganze sollte dann alle anderthalb bis zwei Jahre auch aufgefrischt beziehungsweise das Wissen aufgestockt werden.

Auch der Krieg zwischen Russland und der Ukraine sollte laut dem Pressesprecher der Bundesschülerkonferenz, Leon Schwalbe, im Unterricht aufgegriffen werden. Dabei ginge es nicht nur um Information über die aktuellen Entwicklungen, sondern auch um psychologische Beratung.

Auf die Frage, wie realistisch die Umsetzung dieser Forderungen ist, zeigt sich der Landesschülersprecher des Saarlandes, Lennart-Elias-Seimetz, optimistisch.

Bundesschülerkonferenz stellt Gesundheit in den Mittelpunkt
Audio [SR 3, Denise Friemann, 14.03.2022, Länge: 03:10 Min.]
Bundesschülerkonferenz stellt Gesundheit in den Mittelpunkt

Die Bundesschülerkonferenz besteht aus den einzelnen Landesschülerverbänden und soll die Mitbestimmung der Schülerinnen und Schüler sichern. Die diesjährige Tagung ging Sonntagmittag mit einer abschließenden Sitzung zu Ende.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 13.03.2022 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja