Ministerpräsident Tobias Hans bei einer Videokonferenz in der Staatskanzlei (Foto: SR)

Bund und Länder einigen sich auf verkürzte Quarantäne

  07.01.2022 | 18:58 Uhr

Bund und Länder haben sich auf neue Corona-Maßnahmen geeinigt. Während sich für die Gastronomie im Saarland nichts ändert, wird es aber Anpassungen bei den Quarantänefristen geben. An den Schulen soll laut Ministerpräsident Hans die bisherige Regelung beibehalten werden.

Wie erwartet haben sich die Bundesregierung und die 16 Länderchefs bei ihrer Videokonferenz am Freitag auf die Einführung einer zusätzlichen Testpflicht für Geimpfte und Genesene beim Gastronomie-Besuch geeinigt. Das teilte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) im Anschluss an die Beratungen mit. Im Saarland wird sich diesbezüglich aber nichts ändern - hier gilt die 2G-plus-Regelung bereits seit Dezember.

Man wisse zwar, dass diese Regelung keinen absoluten Schutz biete, ergänzte Saar-Ministerpräsident Tobias Hans (CDU). Eben weil es auch schon Ausbrüche gegeben hat. Er geht allerdings davon aus, dass in Zusammenspiel mit den Hygieneregeln dennoch ein relativ hohes Schutzniveau erreicht werde.

Geboosterte sollen von Quarantäne ausgenommen werden

Außerdem haben sich Bund und Länder auf kürzere Quarantänedauern geeinigt, um das öffentliche Leben bei den zu erwartenden hohen Fallzahlen mit der Omikron-Variante nicht komplett lahmzulegen.

Bund und Länder einigen sich auf verkürzte Quarantäne
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 07.01.2022, Länge: 02:10 Min.]
Bund und Länder einigen sich auf verkürzte Quarantäne

Menschen mit Auffrischungsimpfung müssen künftig grundsätzlich nicht mehr in Quarantäne, wenn sie Kontakt zu Infizierten hatten. Das gilt laut der Nachrichtenagentur dpa auch für frisch Geimpfte oder Genesene.

Die Zeit für die Isolation Infizierter und die Quarantäne von Kontaktpersonen wird außerdem auf generell zehn Tage festgelegt. Die Dauer könne auf sieben Tage verkürzt werden, wenn ein PCR-Test oder ein anerkannter Schnelltest ein negatives Ergebnis erbringen, sagte Bundeskanzler Scholz. Bislang galt bei der Omikron-Variante eine strikte Quarantäne von 14 Tagen.

Frühes Freitesten in der kritischen Infrastruktur

Ministerpräsident Hans begründete die Änderungen der Quarantäneregeln unter anderem mit der mutmaßlich etwas kürzeren Dauer der Infektiösität von Omikron-Infizierten. "Es ist aber vielleicht auch notwendig, an den äußersten Rand dessen, was wissenschaftlich vertretbar ist, zu gehen, weil wir in eine Situation kommen können, wo zum gleichen Zeitpunkt zu viele Menschen in der kritischen Infrastruktur krank werden.", so Hans weiter.

Mitarbeiter der kritischen Infrastruktur können sich deshalb sogar noch früher freitesten - insbesondere für Gesundheitsbereiche ist hierzu aber ein PCR-Test notwendig.

Keine Änderungen an den Schulen

Anders als bundesweit soll sich mit Blick auf Schülerinnen und Schüler im Saarland allerdings nichts ändern. "Wir können unsere bestehenden, gut eingespielten und mit den Gesundheitsämtern abgestimmten Regeln in der Schule beibehalten", sagte Hans.

Die Saarländische Absonderungsverordnung sieht derzeit in Schulen und Kitas keine grundsätzliche Quarantäne vor. Stattdessen müssen Kontaktpersonen acht Tage in Folge getestet werden. Das letzte Wort hat das jeweils zuständige Gesundheitsamt, das bei besonderen Ausbruchsgeschehen auch andere Maßnahmen anordnen kann.

Nach Auskunft von Ministerpräsident Hans sollten die heute verabredeten Regelungen in der kommenden Woche beschlossen werden.

Über dieses Thema berichten die SR-Hörfunknachrichten am 07.01.2022.

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