Ein Mann geht an einem Geschäft mit einem heruntergelassenen Rolltor vorbei. (Foto: Imago Images/Ralph Peters)

Bund und Länder beraten über Lockdown

  05.01.2021 | 15:32 Uhr

Heute beraten die Ministerpräsidenten der Länder mit Kanzlerin Merkel über die Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Ein längerer Lockdown ist wahrscheinlich. Auch über deutlich schärfere Maßnahmen wird diskutiert.

Zu schnelle Lockerungen könnten Deutschland im Kampf gegen das Coronavirus zurückwerfen - davon ist nicht nur Saar-Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) überzeugt, sondern auch zahlreiche andere Länderchefs. Die derzeitigen Infektionszahlen ließen keine Lockerungen zu.

"Wir müssen schauen, wie die Entwicklung langfristig weitergeht"
Audio [SR 1, Jessica Werner / Thorsten Lehr, 05.01.2021, Länge: 02:11 Min.]
"Wir müssen schauen, wie die Entwicklung langfristig weitergeht"

Auch Prof. Thorsten Lehr von der Universität des Saarlandes warnte im SR-Interview, dass die derzeit geringeren Neuinfektionen im Saarland trügerisch sein könnten. Wegen der Feiertage gebe es einerseits einen Meldeverzug, andererseits sei weniger getestet worden.

Die Gespräche am Dienstag zwischen Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin Angela Merkel verzögerten sich am Dienstag, Ergebnisse werden erst im Laufe des Abends erwartet. Diskussionen gibt es offenbar noch darüber, wie lange die Einschränkungen aufrechterhalten bleiben sollen. Im Gespräch ist der 31. Januar.

Außerdem gibt es mehrere Medienberichte darüber, dass auch schärfere Einschränkungen bis hin zu einem eingeschränkten Bewegungsradius bei besonders hohen Inzidenzwerten zur Debatte stehen.

Schulen und Kitas öffnen oder nicht?

Wie es mit Schulen und Kitas weitergeht, hängt ebenfalls vom Lockdown ab. Die Kultusminister der Länder hatten sich am Montag darauf geeinigt, dass es vorerst keinen Regelunterricht geben kann, sondern Schüler schrittweise in mehreren Stufen in die Schulen zurückkehren sollen.

Die saarländische Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot sagte im SR-Interview, sie wisse, dass die Eltern sich eine langfristige Perspektive wünschten. Aber "Fahren auf Sicht", das kurzfristige Agieren, sei derzeit die einzige Möglichkeit. Es sei für alle Seiten "zermürbend", aber man müsse die Maßnahmen immer wieder an das aktuelle Infektionsgeschehen anpassen.

Ein bundesweit einheitliches Vorgehen gilt als unwahrscheinlich, die Bundesländer wollen offenbar jeweils eigenständig entscheiden.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 05.01.2021 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja