Visualisierung der geplanten Batterie-Zellfabrik in Überherrn (Foto: SVOLT Energy Technology)

Bündnis wirbt für Neu-Ansiedlungen im Saarland

  07.12.2021 | 17:54 Uhr

Ein Bündnis aus Regierung, Arbeitgeberverbänden, Gewerkschaften und Kammern wirbt für die Ansiedlung von Industrieunternehmen im Saarland. Das sei nötig, um Arbeitsplätze und die Finanzierung der Infrastruktur zu sichern, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Barke.

Im Saarland hängen viele Arbeitsplätze an der Autoindustrie und dem Verbrennermotor. Weil es auf dem Mobilitätssektor aber zu großen Veränderungen kommt, werden Produkte und Arbeitsplätze verloren gehen, warnt Wirtschaftsstaatssekretär Jürgen Barke (SPD). Darum müssten neue Industriearbeitsplätze geschaffen werden. Auch, damit die Kommunen ihre Aufgaben erfüllen können.

"Es ist ganz entscheidend, die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen hochzuhalten", sagte Barke. Die Kommunen seien auf die Lohn- und Einkommensteuer aus diesen Beschäftigungsverhältnissen angewiesen, um Infrastruktureinrichtungen wie Schulen, Kindergärten und Straßen finanzieren zu können.

Anstrengungen für Industriearbeitsplätze nötig

Mit einer sinkenden Quote von Industriearbeitsplätzen werde auch die Finanzierungsfrage schwieriger, sagte Barke. Deshalb müssten "alle Anstrengungen" unternommen werden, um einen hohen Bestand an Industriearbeitsplätzen zu haben.

Neue Beschäftigungsmöglichkeiten könnten laut Barke etwa in der Batteriezellenherstellung und rund um die Wasserstofftechnologie entstehen. Dabei werde es auch Flächenverbrauch brauchen. In den vergangenen zehn Jahren seien aber bei allen Flächenentwicklungen im Land 30 Prozent der neuen Gewerbeflächen auf Altstandorten realisiert worden.

Bündnis mit Plakataktion

Um für industrielle Neuansiedlungen im Saarland zu werben, hat ein Bündnis aus Landesregierung, Arbeitgebern und -nehmern großflächige Plakate vor allem in Überherrn aufgestellt. Auf dem dortigen Linslerfeld soll eine Batteriezellfabrik des chinesischen Technikunternehmens SVOLT gebaut werden.

Ein Industriebündnis für die SVOLt-Ansiedlung - die Hintergründe
Audio [SR 3, Studiogespräch: Simin Sadeghi/Karin Mayer, 07.12.2021, Länge: 04:09 Min.]
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Dadurch entstünden neue Perspektiven im Bereich der Elektromobilität, und das sei entscheidend, um beim Strukturwandel erfolgreich zu sein, so Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) gegenüber dem SR. Umweltverbände und Bürgerinitiativen wollen die Ansiedlung an der Stelle jedoch verhindern.


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Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 07.12.2021 berichtet.

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