Die Fechinger Talbrücke (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Rund jede dritte Autobahnbrücke in schlechtem Zustand

Sandra Schick   23.12.2019 | 12:00 Uhr

Im Saarland ist rund jede dritte Autobahnbrücke in einem mangelhaften oder ungenügenden Zustand. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP-Fraktion hervor. Auch mehr als jede vierte Brücke auf den Bundesstraßen im Saarland ist sanierungsbedürftig.

Der Zustand der Brücken in der Hand des Bundes im Saarland ist bedenklich, sagt der FDP-Bundestagsabgeordnete Oliver Luksic. Wie aus einer aktuellen Auflistung der Bundesregierung hervorgeht, sind insgesamt 15 von 42 Autobahnbrücken im Saarland in einem mangelhaften oder ungenügenden Zustand. Auch sechs von 20 aufgelisteten Brücken auf Bundesstraßen sind in schlechtem Zustand.

Deutschlandweit sind 2506 Brücken und Teilbauwerke an Autobahnen und Bundesstraßen dringend sanierungsbedürftig. Dem Papier zufolge hat sich der Zustand der sanierungsbedürftigsten Brücken an Bundesfernstraßen im laufenden Jahr sogar weiter verschlechtert. Das Problem werde durch den Anstieg des Verkehrsaufkommens und besonders des Schwerlastverkehrs weiter verschärft, heißt es in der Antwort der Bundesregierung.

Sanierung kommt schleppend voran

Der schlechte Zustand der Brücken an Autobahnen und Bundesstraßen wird seit Jahren beklagt, doch der Bund kommt mit der Sanierung offenbar nur schleppend voran. Im Zeitraum von 2019 bis 2023 steht für Brückensanierungen die Summe von 4,3 Milliarden Euro bereit. Bis 2030 solle bei allen Brücken an Autobahnen die erforderliche Tragfähigkeit hergestellt sein, heißt es in der Antwort der Bundesregierung. Der Finanzbedarf für die Sanierung aller Bauwerke liegt demnach bis 2030 bei rund 12,9 Milliarden Euro.

Komplizierte Planungsverfahren bremsen Sanierung

"Sanierungen scheitern nicht an einem Mangel an Geld, sondern an langwierigen und komplexen Planungsverfahren, die zu den kompliziertesten weltweit gehören", sagte der FDP-Politiker Oliver Luksic. Hier müssten dringend schnellere und einfachere Verfahren eingeführt werden. Zudem müsse die Bundesregierung eine Einstellungsoffensive starten, um die momentan sehr knappen Personalkapazitäten zu erhöhen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 23.12.2019 berichtet.

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