Gesperrte deusch-französische Grenze bei Oberfelsberg (Foto: Becker&Bredel)

Bouillon verteidigt Grenzschließungen

  06.04.2020 | 11:40 Uhr

Der saarländische Innenminister Klaus Bouillon hat die Grenzschließungen zu Frankreich wegen der Corona-Pandemie verteidigt. Der CDU-Politiker sagte, Grenzschutz sei in diesen Zeiten Menschenschutz.

Die Zahl der Menschen, die täglich ohne triftigen Grund ins Saarland einreisen wollten, hält Innenminister Klaus Bouillon (CDU) für zu hoch. „Pro Tag gibt es nach wie vor 500 Zurückweisungen. Ich mag mir nicht vorstellen, was wäre, wenn all diese Menschen zu uns gekommen wären", sagte Bouillon. Er habe den Ministerpräsidenten gebeten, Kontakt mit der Präfektur in Metz aufzunehmen.

Zu viele Saarländer zum Einkaufen über die Grenze

"Ich muss darum bitten, dass die Franzosen sich schützen und auch uns. Was nutzt eine Ausgangssperre, wenn tausende Menschen illegal zu uns kommen wollen", so Bouillon weiter. Der Innenminister sieht aber auch den Verkehr vom Saarland nach Frankreich kritisch. Noch immer würden zu viele Saarländer zum Einkaufen über die Grenze fahren.

Scharfe Kritik an Grenzschließungen

Kommentar zur Coronakrise
Europa am Abgrund

Scharfe Kritik an den Grenzschließungen hatten zuvor die Linkspartei im Saarland und der Forbacher Abgeordnete in der französischen Nationalversammmlung, Christophe Arend, geäußert. Sie befürchten, dass die über Jahrzehnte gewachsene Freundschaft in der Grenzregion Schaden nehmen könnte.

Die saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) hatte sich dafür ausgesprochen, bei einer etwaigen Lockerung der Corona-Maßnahmen als Erstes eine Grenzöffnung zu prüfen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 06.04.2020 berichtet.

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