Elektronische Sirene (Foto: picture alliance/dpa/Horst Galuschka)

Bouillon will komplettes Saarland mit Warnsirenen ausstatten

mit Informationen von Thomas Gerber   24.08.2021 | 12:06 Uhr

Innenminister Klaus Bouillon plant, das komplette Saarland mit Sirenen auszustatten. Die Kosten dafür liegen bei rund drei Millionen Euro und sollen von Bund, Land und Kommunen gemeinsam getragen werden. Hintergrund ist die Hochwasser-Katastrophe im Juli, die unter anderem auch das Nachbar-Bundesland Rheinland-Pfalz hart getroffen hatte.

Im Sommergespräch hat Innenminister Klaus Bouillon (CDU) angekündigt, drei Millionen Euro in ein Warnsystem für das Saarland zu investieren. Mit dem Geld soll das ganze Saarland mit Warnsirenen ausgestattet werden, um die Bürgerinnen und Bürger auch zum Beispiel im Falle eines Unwetters schnell zu warnen.

Geld vom Bund, Land und den Kommunen

Derzeit gibt es landesweit rund 500 Sirenen, davon seien laut Bouillon einige zwar dringend sanierungsbedürftig, aber immerhin schon jetzt seien 70 Prozent des Landes durch die vorhandenen Geräte abgedeckt. Nun sollen möglichst schnell 300 zusätzliche Sirenen installiert werden, um die komplette Landesfläche mit einem akustischen Warnsystem zu erreichen. Bei einem Stückpreis von rund 10.000 Euro seien dafür rund drei Millionen Euro notwendig.

Das Geld dafür sei vorhanden: Eine Million komme vom Bund, eine weitere Million steuere das Land bei. Gemäß der Drittelfinanzierung müsste noch einmal die gleiche Summe von den Kommunen gezahlt werden.

St. Wendels Landrat Udo Recktenwald hatte bereits im Juli mehr moderne und neuartige Sirenen für das Land gefordert.

Video [aktueller bericht, 24.08.2021, Länge: 3:12 Min.]
Bouillon überprüft Katastrophenschutz und sichert Hilfe für Ortskräfte zu

Ausstattung der Feuerwehren auf dem Prüfstand

Mit den Sirenen allein, so Bouillon, sei es aber nicht getan. Die Bevölkerung müsse sensibilisiert werden, die unterschiedlichen Warnsignale müssten bekannt gemacht werden. Zudem will der Minister den saarländischen Katastrophenschutz auf den Prüfstand stellen. Dazu will er die beteiligten Organisationen und Behörden zu einem runden Tisch einladen.

Bei der Runde will der CDU-Politiker klären, ob die Ausstattung der Feuerwehren und Hilfsorganisationen noch auf der Höhe der Zeit ist. Zum Beispiel, ob es im Saarland beispielsweise ausreichend Rettungsboote gebe - da habe er so seine Zweifel.

Luxemburg prüft Einsatz von Sirenen zu Unwetter-Warnung

Um auch seine Bürger besser bei Unwetter warnen zu können, prüft das Großherzogtum Luxemburg, ob seine Sirenen für die Warnung vor Hochwasser genutzt werden können. Dort ist in jeder Gemeinde eine Sirene installiert. Bislang war das Alarmsystem aber fast ausschließlich dazu gedacht, die Bevölkerung im Falle eines Unfalls im Atomkraftwerk Cattenom zu warnen.

Bouillon will flächendeckend Warnsirenen im Saarland
Audio [SR 3, Thomas Gerber, 24.08.2021, Länge: 01:18 Min.]
Bouillon will flächendeckend Warnsirenen im Saarland

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 24.08.2021 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja