Botanischer Garten Saarbrücken (Foto: Becker & Bredel)

"Ein Zeichen der Schwäche"

Ein Nachruf auf den Botanischen Garten

Kai Forst   21.03.2016 | 16:23 Uhr

Zum ersten April wird der Botanische Garten seine Pforten schließen. Das Saarland wird dann das einzige Bundesland ohne eine solche Einrichtung sein. Die Proteste in der Bevölkerung sind enorm. Aber auch außerhalb der Landesgrenzen verursacht das Aus Kopfschütteln. Für den Verband der Botanischen Gärten in Deutschland ist die Schließung ein Zeichen der Schwäche.

Der Verband der Botanischen Gärten in Deutschland hat seinen Unmut über die Schließung des Botanischen Gartens der Universität des Saarlandes zum Ausdruck gebracht. Der Verband verliere damit einen seiner Gründungsgärten. Außerdem sei die Saar-Uni die erste „Volluniversität, die glaubt auf einen Botanischen Garten ganz verzichten zu können“, heißt es in einem Nachruf.

"Ein Kuriosum, das keine Schule machen wird"

Letztlich sei niemand bereit und in der Lage gewesen, die Verantwortung und „die vergleichsweise bescheidenen Kosten zu übernehmen“, so der Verband weiter. In anderen Bundesländern würden Botanische Gärten erweitert (Dresden), die Infrastruktur saniert (Dortmund, Bonn, Greifswald), oder umfangreiche Neubauten durchgeführt (Berlin, Köln, München). Das Saarland gehe den entgegengesetzten Weg. „Sich gegen den Strom zu stemmen kann ein Zeichen der Stärke sein, hier ist es ein Zeichen der Schwäche“, teilte der Verband mit. Ein Bundesland ohne Botanischen Garten sei „ein Kuriosum, das sicher keine Schule machen wird“.

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