Bosch, Homburg (Foto: Alexander M. Groß/SR)

Bosch Homburg soll Teile für Brennstoffzelle produzieren

Karin Mayer   30.04.2020 | 14:01 Uhr

Das Bosch-Werk in Homburg soll künftig Teile für die mobile Brennstoffzelle produzieren. Dafür soll das Unternehmen die Arbeitszeit ohne Lohnausgleich reduzieren können. Stimmen die Mitarbeiter zu, ist der Standort bis 2025 gesichert.

Das Bosch-Werk in Homburg hat die Einigung über die Standortsicherung bis 2025 bestätigt. Das Werk bekommt eine Perspektive durch neue Produkte. Ab dem kommenden Jahr kann das Unternehmen dafür die Arbeitszeit ohne Lohnausgleich reduzieren. Zudem sollen die Beschäftigten einer standortspezifischen Entgeltkomponente zustimmen und auf das tarifliche Zusatzgeld verzichten.

Im Gegenzug bekommen sie nach Unternehmensangaben acht freie Tage. Stimmen die Mitarbeiter der Vereinbarung zu, sind betriebsbedingte Kündigungen bis 2025 ausgeschlossen.

Mobile Brennstoffzelle

Künftig sollen Teile für die mobile Brennstoffzelle in Homburg gefertig werden. Zudem wird eine Produktionslinie für Diesel-Einspritzpumpen für Nutzfahrzeuge aus den USA nach Homburg verlagert. Im Gegenzug wird eine Produktionslinie für Pkw-Injektoren in die Türkei verlagert.

Betriebsrat zufrieden

Bosch Homburg soll Teile für Brennstoffzelle produzieren
Audio [SR 3, Karin Mayer, 30.04.2020, Länge: 01:10 Min.]
Bosch Homburg soll Teile für Brennstoffzelle produzieren

Der Betriebsratsvorsitzende Oliver Simon sagte dem SR, er könne mit diesem Ergebnis gut leben. Zunächst müsse nun aber die Belegschaft zustimmen. Weil derzeit keine Betriebsversammlung möglich ist, will der Betriebsrat die Beschäftigten über soziale Medien, schriftlich und am Telefon informieren. Der Beriebsrat hatte immer wieder gefordert, eine Serienproduktion von Komponenten für die Brennstoffzelle im Homburger Werk aufzubauen.

Ralf Reinstädtler von der IG Metall Saarpfalz sagte dem SR, es sei "eine einzigartige Vereinbarung". Die IG Metall werde in der kommenden Woche die Mitglieder befragen und empfehlen, den Kompromiss anzunehmen. Die Beschäftigten müssten zwar auf einen Teil des Einkommens verzichten, sie bekämen dadurch aber Planungssicherheit. Der Standort bekomme durch die Vereinbarung eine Perspektive über fünf Jahre hinaus, so Reinstädtler gegenüber dem SR.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 30.04.2020 berichtet.

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