Bosch-Logo auf dem Firmengebäude (Foto: SR)

Bosch-Betriebsräte machen Druck

Karin Mayer   27.02.2019 | 08:11 Uhr

Die Bosch-Betriebsräte der Diesel-Werke von Homburg, Feuerbach und Bamberg machen Druck. Sie fordern seit Jahren neue Produkte und Zukunftsperspektiven für die Standorte. Jetzt greifen sie die Geschäftsführung des Unternehmens an.

Video [aktueller bericht, 27.02.2019, Länge: ab Min. 15:03]
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In einer Bamberger Erklärung werfen sie der Bosch-Geschäftsführung vor, nicht nach fairen Lösungen zu suchen. Stattdessen wolle die Geschäftsführung ausschließlich über Personalabbau sprechen. Offenbar hat der Bosch-Konzern auch eine 30-Stunden-Woche ohne Entgeltausgleich verlangt. Die Betriebsräte sind bereit, sich dagegen mit öffentlichen Aktionen zu wehren. Nach dieser Ankündigung ist nach SR-Informationen erste Bewegung in die Verhandlungen gekommen.

Weniger Jobs in Homburg

"Die Belegschaft wird immer kleiner"
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"Die Belegschaft wird immer kleiner"
Darüber hat SR-Moderatorin Dorothee Scharner mit SR-Wirtschaftsexpertin Karin Mayer gesprochen.

Das Diesel-Werk von Bosch in Homburg hat im vergangenen Jahr erneut 400 Jobs abgebaut. Ein Unternehmenssprecher sagte dem SR, das sei eine Folge der Diesel-Krise. Das Zukunftsprodukt, der modernste Diesel-Injektor, werde wegen fehlender Abrufe nur noch im Zwei-Schicht-Betrieb gefertigt. Er wies darauf hin, dass im vergangenen Jahr 300 befristete Verträge ausgelaufen seien. Rund 100 Mitarbeiter haben eine Vorruhestandsregelung bei Bosch genutzt.

Gutes Geschäftsjahr 2018

Der Bosch-Konzern hat im vergangenen Jahr nach vorläufigem Geschäftsergebnis einen Umsatz von 77,9 Milliarden Euro gemacht. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen blieb mit 5,9 Milliarden Euro stabil. Weltweit beschäftigt das Unternehmen 410.000 Mitarbeiter. Aktuell hat der Standort Homburg rund 4100 Beschäftigte.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 27.02.2019 berichtet.

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