Borkenkäfer (Foto: picture alliance/Matthias Hiekel/ZB/dpa)

Borkenkäfer breiten sich weiter im Saarforst aus

mit Informationen von Thomas Braun und Kai Forst / Onlinefassung: Daniel Dresen   29.06.2020 | 07:24 Uhr

Im vergangenen Jahr hat der Borkenkäfer eine Fläche von 300 Hektar im saarländischen Staatswald vernichtet. Das saarländische Umweltministerium spricht von einer dramatischen Vermehrung des Schädlings auch in diesem Jahr.

Der Borkenkäferbefall im saarländischen Wald schreitet weiter voran. Untersuchungen der Forstschutzstellen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz belegen nach Auskunft des saarländischen Umweltministeriums eine starke Schwarmtätigkeit der beiden gefährlichsten Borkenkäferarten Buchdrucker und Kupferstecher.

Video [aktueller bericht, 29.06.2020, ab Minute: 11:52]
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Immer mehr "Käferholz"

Der Borkenkäferbefall ist nach Aussage der Förster in den Revieren im Saarland unvermindert hoch, neue Schadflächen kämen täglich hinzu. Das saarländische Umweltministerium bezeichnet die starke Vermehrung des Borkenkäfers auch in diesem Jahr als "äußerst dramatisch".

Im vergangenen Jahr hat der Borkenkäfer einen Schaden von 300 Hektar im saarländischen Staatswald verursacht, dreimal so viel wie noch im Jahr 2018. 68.000 Kubikmeter Holz mussten deshalb im letzten Jahr geschlagen werden, im Jahr 2018 waren es noch 35.000 Kubikmeter.
Das saarländische Umweltministerium rechnet in diesem Jahr mit etwa derselben Menge "Käferholz" wie im Jahr 2019.

Klima für Schädlinge

Der Borkenkäferbefall wird durch das Brut- und Nahrungsangebot sowie die Witterungsverhältnisse begünstigt. Der klimawandelbedingte Anstieg der Jahresdurchschnittstemperaturen, die Zunahme von Wetterextremen wie großer Hitze und langanhaltender Trockenheit lassen die Fortpflanzungsrate der Borkenkäfer in die Höhe schnellen. Diese äußeren Bedingungen schwächen gleichzeitig die Vitalität der Wirtsbäume.

Unter dem Käferbefall leidet insbesondere die Fichte. Sie mag es feucht und kühl. Sommerliche Hitze mit Trockenheit wie in den vergangenen Jahren beeinträchtigt ihre Vitalität und begünstigt gleichzeitig die Massenvermehrung von Buchdrucker und Kupferstecher.

Rückgang der Fichten-Bestände

Wie das Umweltministerium mitteilt, hat die Fichte in den vergangenen Jahren stark an Verbreitungsfläche im Saarland eingebüßt. Aktuell sind allein im Staatswald weniger als 4000 Hektar Wald mit Fichten bewachsen, im Jahr 1980 seien es noch über 10.000 Hektar gewesen. Eine Prognose über die Zukunft der Fichte im saarländischen Wald zu treffen, sei nach Auskunft des Umweltministeriums derzeit schwierig. Die Verantwortlichen sind jedoch optimistisch, dass Bestände erhalten werden können.

Der Saarforst Landesbetrieb hat dazu ein Borkenkäferbekämpfungskonzept entwickelt. Dieses besteht aus einem kontinuierlichen Monitoring der Fichtenbestände, der schnellen Aufarbeitung von befallenem Holz. Dieses Holz soll dann möglichst schnell aus dem Wald transportiert werden. Am besten geschieht dies durch direkten Transport ins Sägewerk oder in ein Zwischenlager außerhalb der Fichtenwälder. Bruttaugliches Material soll schnell durch Hacken oder Kleinschneiden brutuntauglich gemacht werden.

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