Brötchen mit Kassenbon (Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa)

Bäcker wollen Bonpflicht-Ausnahme

Axel Wagner / Mit Informationen von Florian Possinger   11.02.2020 | 20:38 Uhr

Die Bonpflicht sorgt bei den Bäckereien im Saarland nach wie vor für Ärger. Die Bäckerinnung fordert deshalb eine Ausnahmeregelung, nach der für Kleinbeträge keine Kassenzettel mehr gedruckt werden müssen. Einige setzen auf digitale Technik.

Landesinnungsmeister Hans Jörg Kleinbauer hält die ausgedruckten Bons für unnötig. Sie sollten abgeschafft werden. „Das Beispiel Frankreich, wo Kleinbeträge nicht mehr mit Kassenbon gemacht werden müssen, wäre ein Vorbild.“

Alternative Digitaler Kassenbon

Ginge es nach der Innung, sollte es eine Ausnahmeregelung für kleine Beträge geben. Andere setzen dagegen auf Technik: Auch ein digitaler Kassenbon könnte der Thermopapierflut ein Ende bereiten.

Andreas Freyer aus Saarbrücken hat ein entsprechendes System entwickelt. „Der digitale Bon kann liegen gelassen werden. Das ist der Hauptvorteil“, sagt er. „Das führt dazu, dass der permanente Bondruck, der jetzt an den Kassen erfolgen muss, dadurch abgeschafft wird.“

Video [aktueller bericht, 11.02.2020, Länge: 2:49 Min.]
Digitale Kassenbons als QR-Code

QR-Code statt Papier

Bei diesem System zeigt ein Display an der Kasse die Rechnungssumme und einen QR-Code, den der Kunde mit dem Handy scannen kann. Prinzipiell wären fast alle Kassentypen mit dem System kombinierbar. Eine spezielle App dafür braucht es nicht.

Derzeit versucht Freyer, deutschlandweit Bäckereien von dem Konzept zu überzeugen. Die Konditorei Adam in Saarbrücken will bald als erste Bäckerei im Saarland ein solches System einsetzen. Mit Barbarossa wird noch in diesem Jahr eine große Kette folgen.

Video [aktueller bericht, 11.02.2020, Länge: 2:48 Min.]
Weniger Kassenbons in Frankreich
Im Zuge verstärkter Maßnahmen gegen Verschwendung sollen in Frankreich auch die Kassenbons schrittweise reduziert werden. Ab September 2020 seien Bons für Einkäufe unter 10 Euro nur noch auf ausdrücklichen Wunsch des Kunden auszudrucken. Ab 2021 soll diese Maßnahme auf Einkäufe bis 20 Euro erweitert werden, ab 2022 auf Einkäufe bis 30 Euro.

Über dieses Thema hat auch der „aktuelle bericht“ vom 11.02.2020 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja