Ein Polizist zeigt eine Bodycam zur Videoaufzeichnung. (Foto: picture alliance/Kay Nietfeld/dpa)

Bouillon will Bodycam-Einsatz ausweiten

Christoph Grabenheinrich / Onlinefassung: Thomas Braun   28.01.2019 | 15:12 Uhr

Das Innenministerium hat eine positive Bilanz nach einem Jahr flächendeckendem Bodycam-Einsatz gezogen. Landesweit kommen 66 der von Polizisten am Körper getragenen Kameras zur Anwendung. In den vergangenen zwölf Monaten wurden sie fast 1300 Mal eingesetzt. Innenminister Bouillon will die Nutzung ausweiten.

Rund 300 Mal wurden die Aufnahmen der Bodycams als Beweismittel in Verfahren genutzt – in allen anderen Fällen seien sie sofort gelöscht worden, so das Innenministerium. Innenminister Klaus Bouillon (CDU) spricht von sehr guten Erfahrungen. Die Kameras hätten nachweislich auch abschreckend gewirkt. Das Bewusstsein, gefilmt zu werden, führe zu weniger Aggression gegenüber Beamten.

Einsatz auch in Wohnungen?

Video [aktueller bericht, 28.01.2019, Länge: 3:47 Min.]
GdP-Vorsitzender Maaß zum Bodycam-Einsatz

Nicht nur deshalb möchte er den Einsatz der Bodycams ausweiten und ihn auch in Wohnungen erlauben. Das ist bislang tabu. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) begrüßt das. Gerade in Wohnungen seien Polizisten immer wieder mit Aggressionen konfrontiert, nicht nur beim Thema häusliche Gewalt, so der GdP-Vorsitzende David Maaß. Ähnlich sieht das Sascha Alles von der Deutschen Polizeigewerkschaft.

Kritiker verweisen allerdings auf den in Artikel 13 des Grundgesetzes festgelegten besonderen Schutz der Wohnung. Sie halten die geplante Ausweitung für extrem bedenklich. Das sei alles geprüft worden, so Innenminister Bouillon. Der Schutz der Beamten stehe über dem Schutz der Wohnung.

Video [aktueller bericht, 28.01.2019, Länge: 3:05 Min.]
Positive Bilanz für den Einsatz von Bodycams

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten des SR vom 28.01.2019 berichtet.

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