Blitzer (Foto: SR)

Viele Blitzersäulen im Saarland abgeschaltet

Florian Mayer / Onlinefassung: Axel Wagner   18.07.2019 | 16:47 Uhr

Das Urteil des saarländischen Verfassungsgerichts zum Blitzer TraffiStar S 350 hatte für viel Aufregung gesorgt. Gericht wie Verkehrsrechtsexperten sagten kurz danach, das wird weitreichende Folgen haben. Und die spürt man jetzt im Saarland – oder vielleicht eben nicht.

Die Blitzersäulen vom Typ TraffiStar S 350, Poliscan und Leivtec XV3 blitzen im Saarland erst einmal nicht mehr. In Saarbrücken, Neunkirchen, Ensdorf, Wadern, Friedrichsthal, Püttlingen und Überherrn sind die fest installierten Blitzeranlagen dieser Hersteller auch vorerst abgeschaltet worden.

Video [aktueller bericht, 18.07.2019, Länge: 2:30 Min.]
Gericht legt mehrere Blitzer im Saarland still

Säulen speichern nicht alle Daten

Der Grund: Die in den Säulen verbauten Messgeräte speichern nicht alle Daten, die während der Geschwindigkeitsmessung anfallen. Das ist so nicht in Ordnung, urteilte das saarländische Verfassungsgericht vor einer Woche. Mögliche Messfehler seien dadurch nicht nachvollziehbar. Einer der betroffenen Hersteller, Jenoptik, hatte angekündigt, die Mängel per Software-Update noch in diesem Monat beheben zu wollen.

Anwalt und Verkehrsrechtsexperte Hans-Jürgen Gebhardt sagte im SR-Interview allerdings, dass er davon ausgeht, dass es bis zu sechs Monaten dauern könnte, bis die Blitzer wieder betriebsbereit sind. Grund sind Prüfverfahren, die die Anlagen nach dem Update durchlaufen müssen.

Mobile Blitzer arbeiten korrekt

Ein Freifahrtschein zum Schnellfahren ist die großflächige Abschaltmaßnahme aber nicht. Die meisten mobilen Messgeräte der Polizei sind vom Urteil nicht betroffen und werden weiterhin eingesetzt.

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Über dieses Thema berichtet auch die SR3 Rundschau vom 18.07.2019.